WS 2019/20

über das neue bauen hinaus
lernen aus dem umgang mit der moderne

Fortsetzung der Vortragsreihe der Professur NB (Prof. Putz) und des Lehrstuhl RKK (Prof. Danzl) im Rahmen des Netzwerk reused.TUM,
2 SWS 3 ECTS


Die allgemeine Vorstellung der modernen Architektur wird geprägt von einer Reihe ikonischer Bauwerke, über die man schon alles zu wissen glaubt. Von Bedeutung sind diese Objekte jedoch nicht nur als architekturhistorische Zeugnisse. Unser Interesse liegt in den Bemühungen zu Erhaltung des baulichen Erbes der Moderne, die wir an beispielhaften Projekten der letzten Jahrzehnte nachvollziehen und diskutieren wollen. Der Umgang mit diesem Erbe hat unser Bild der ‚klassischen Moderne‘ vielfach verändert. Ihre Erhaltung initiierte eine erneute, kritische Auseinandersetzung mit der Architektur der Moderne; beförderte aber auch ihre positive Wertung und öffentliche Aneignung.

Vor welchen planerischen, konstruktiven und denkmalpflegerischen Herausforderungen stand man bei der Instandsetzung und Restaurierung? Welche neuen Erkenntnisse haben sich aus dem baulichen Umgang mit den Objekten ergeben? Wie dauerhaft oder erfolgreich haben sich einzelne Maßnahmen erwiesen? Was lässt sich auf den Umgang mit dem baulichen Erbe der jüngeren Vergangenheit übertragen, und was nicht?

Kurze baugeschichtliche Einführungen stellen die jeweiligen Objekte vor und leiten die Gastvorträge ein. Im anschließenden Gespräch sollen konkrete Einzelfragen der Erhaltung und Denkmalpflege ebenso diskutiert werden wie allgemeine Erkenntnisse für den Umgang mit dem Bauerbe des letzten Jahrhunderts.


dienstags, 18:45 – 20:15 Uhr
Raum 2350 (Alte Architekturbibliothek), Ecke Gabelsbergerstr./Luisenstr. (Thierschbau), 2.OG

29. Oktober         Andreas Putz   (A Tale of Two Towers)
                            anschließend: Release der Zeitschrift "halten, Beiträge zum neueren Bauerbe" 01/2019  

26. November     Julia Feldtkeller   (Nationaltheater Mannheim) - nur hier Raumänderung: HS 1400 !

10. Dezember     Felix Wellnitz   (Haus Schminke, Löbau)

17. Dezember     Wolfgang Frey   (Neue Nationalgalerie, Berlin)

14. Januar          Claudia Mohn   (Werkbundsiedlung Weißenhof, Stuttgart)

28. Januar          Claudia Devaux   (Villa E-1027, Roquebrunne-Cap-Martin)

 

 

SS 2019

über das neue bauen hinaus
lernen aus dem umgang mit der moderne

Vortragsreihe der Professur NB und des Lehrstuhls RKK, 2 SWS 3 ECTS



Die allgemeine Vorstellung der modernen Architektur der Zwischenkriegszeit wird geprägt durch eine Reihe ikonischer Bauwerke. Sicherlich dazu gehören Walter Gropius Bauten des Bauhaus in Dessau, oder Mies van der Rohes Haus Tugendhat in Brünn. Zum anerkannten Erbe des Neuen Bauen gehören auch die Bauten Erich Mendelsohns, sowie die keinesfalls mehr unbekannten Beispiele einer ‚anderen‘ Moderne, etwa O. R. Salvisbergs Maschinenlaboratorium der ETH Zürich.

Bedeutsam und von Interesse sind diese Objekte jedoch nicht nur als architekturhistorische Zeugnisse ihrer Entstehungszeit, sie verweisen auch auf beispielhafte Projekte denkmalpflegerischen Umgangs mit dem baulichen Erbe der Moderne in den letzten Jahrzehnten.
Eine Besonderheit dieser Projekte ist, dass sie unser Bild der ‚klassischen Moderne‘ vielfach verändert haben. Jedenfalls initiierten ihre Erhaltung eine erneute, kritische Auseinandersetzung mit der Architektur der Zwischenkriegszeit; wie sie auch ihre positive Wertung und öffentliche Aneignung beförderten, die aktuell im Bauhausjahr kulminiert.

Vor welchen planerischen, gestalterischen, konstruktiven und denkmalpflegerischen Herausforderungen stand man bei der Instandsetzung und Restaurierung? Welche neuen Erkenntnisse haben sich aus dem baulichen Umgang mit den Objekten ergeben? Welche Lehren können aus diesen Projekten für die Zukunft gezogen werden? Wie dauerhaft oder erfolgreich haben sich einzelne Maßnahmen erwiesen? Was lässt sich auf den Umgang mit dem baulichen Erbe der Nachkriegszeit übertragen, und was nicht?

Kurze baugeschichtliche Einführungen stellen die jeweiligen Objekte vor und leiten die Gastvorträge ein, die die Instandsetzung- und Restaurierungsprojekte vorstellen. Im anschließenden Gespräch sollen konkrete Einzelfragen der Erhaltung und Denkmalpflege ebenso diskutiert werden wie allgemeine Erkenntnisse für den Umgang mit dem bedeutsamen Bauerbe des letzten Jahrhunderts.

 

Dienstags, 18:30 - 20:00 Uhr , HS 2370

30. April    Ivo Hammer   (Haus Tugendhat, Brünn)

14. Mai     Helge Pitz  (Einsteinturm, Potsdam)

28. Mai     Antrittsvorlesung Prof. Dr. Andreas Putz

4. Juni      Antrittsvorlesung Prof. Dr. phil. Thomas Danzl

18. Juni    Winfried Brenne  (Meisterhäuser, Dessau)

9. Juli       Berthold Burkhardt  (Arbeitsamt, Dessau)

16. Juli     Monika Markgraf  (Bauhaus, Dessau)

23. Juli     Theresia Gürtler Berger  (Maschinenlaboratorium, Zürich)

 

 


farbe als baumaterial. die rekonstruktion der flächenfarbigkeit am bauhaus 1998 - 2019

Antrittsvorlesung Prof. Dr. Thomas Danzl


Farbe am Bauhaus? In den neunziger Jahren noch ein Mythos der Kunst- und Architekturgeschichte - scheinbar ohne materielle Grundlage. Seither hat sich die kunst- und materialtechnische Kenntnis zu diesem Thema nicht nur enorm erweitert, sondern auch die konservatorischen und restauratorischen Methoden und Herausforderungen haben sich stetig weiter entwickelt.

Anhand der maltechnischen Rekonstruktionen der "Flächenfarbigkeit" an Bauten des Bauhauses Dessau sollen Ergebnisse restauratorischer Arbeit im interdisziplinären Kontext erörtert werden.

Ort:
Hörsaal 2370

Termin: 04.Juni 2019, 18:30 – 20:00





das denkmal als baustelle

Antrittsvorlesung Prof. Dr. Andreas Putz


Ob ein bestehendes Bauwerk nach einem baulichen Eingriff noch als Denkmal angesehen werden kann, entscheidet sich daran, wie die jeweilige Auseinandersetzung damit bewertet wird. Dabei hat jede baudenkmalpflegerische Maßnahme den Widerspruch auszuhalten, dass man ein Bauwerk erhalten will, indem man es verändert. Potential und Begründung baulicher Erhaltung liegt dabei weniger im Bewahren des Vertrauten, als im Erkennen des im Bestand Verborgenen und im Lernen aus dem Umgang damit.

Ausgehend von persönlichen Erinnerungen an den Umbau und die Instandsetzung des ehemaligen Kaufhaus Schocken in Chemnitz ist nach geeigneten Kriterien der Bewertung von Bauerhaltung und Baudenkmalpflege zu fragen. Als fortlaufende Auseinandersetzung, Reflexion und Kritik bestand das historische Potential der Baudenkmalpflege stets darin, das Fach und die Praxis der Architektur immer wieder neu zu denken. Auf die Perspektiven einer Neueren Baudenkmalpflege soll daher abschliessend verwiesen werden.

Ort: Hörsaal 2370

Termin: 28. Mai 2018, 18:30 - 20:00