WS 2020/21

Monument in search of meaning - TRELEMENT reused II

Master Architektur  8 SWS I 15 ECTS

Mitte der 1960er Jahre entwickelte Eberhard Rensch das Aluminium-Bausystem TRELEMENT, das innerhalb weniger Jahre weite Verbreitung für den Bau von Einfamilienhäusern, Messepavillons, Kindergärten, Bürogebäuden und Gemeindehäusern fand. Millimetergenau vorgefertigt, verspricht TRELEMENT bauliche Flexibilität, Veränderbarkeit innerhalb der Bedingungen des Bausystems, sogar das Versetzen und die Wiederverwendbarkeit der geschraubten Konstruktionen und Elemente.

Bereits im letzten Semester haben wir uns mit dem Bausystem TRELEMENT am Beispiel der Versöhnungskirche Geretsried (1970) von Franz Lichtblau beschäftigt. In einem gemeinsam erstellten Raumbuch haben wir den baulichen Zustand dokumentiert und spezifische Baudetails zeichnerisch erfasst.

Im Entwurfsstudio in diesem Wintersemester wollen wir die Potentiale des Bausystems TRELEMENT weiter vertiefen und uns mit den aktuellen Herausforderungen der Erhaltung, Weiter- und Umnutzung der Bauteile der kleinen Kirche in Geretsried auseinandersetzen. Anhand Ihrer Entwürfe diskutieren wir mit Ihnen die Frage, ob mit dem vorhandenen Material etwas Besseres Neues bauen ließe? Und: welcher Wert liegt in dem Bauwerk, dass schon da ist?

In der Auseinandersetzung mit dem Bestand beginnen wir das Semester (1) mit dem Bau eines Modells der Versöhnungskirche in 1:10 sowie der gemeinsamen Erstellung eines umfassenden Bauteilkataloges. Soweit es die öffentlichen Einschränkungen und Schutzmaßnahmen in Folge der Corona Pandemie wieder zulassen, wollen wir (2) am 12.11.20 gemeinsam das Objekt besuchen. Aufbauend auf diese Vorarbeiten, die dem Verständnis des vorhandenen Bauwerks und des Bausystems TRELEMENT mit seinen konstruktiven Details und Potentialen dienen, erfolgt die Erarbeitung des Entwurfs. Dafür gibt es ein von uns vorgegebenes Regelwerk (Nutzungen, Standorte, Anzahl der Bauteile), innerhalb dessen Sie unterschiedlich kombinieren können. Grundsätzliches Ziel ist die weitgehende Wiederverwendung der vorhandenen Bauteile. Ihre ersten Entwurfsideen stellen Sie (3) in Collagen dar. Als integriertes Seminar besuchen Sie hierfür – verpflichtend für alle Projektteilnehmer – unsere Bildwerkstatt. Sie werden Ihre Entwürfe (4) bis in relevante konstruktive Details ausarbeiten, immer mit Blick auf die Möglichkeiten und Grenzen des historischen Bausystems und aktueller Anforderungen. Abschließend werden wir (5) Ihre Entwürfe in Bezug auf den Bestandsbau – der Kirche von Franz Lichtblau – und Ihrem Modell mit Ihnen und eingeladenen Gästen diskutieren.

Das Entwurfsstudio wird als Hybrid-Veranstaltung angeboten.

Ort
Studio Gabelsbergerstraße 49, EG  / Zoom / Moodle

Termine
Einführung:                    Dienstag, 03. November, 14:00 Uhr
Schlusskritik:                  Dienstag, 09. Februar, 14:00 Uhr

 

 

SS 2020

FREIES PROJEKT mit integriertem Seminar

Master Architektur  8 SWS I 15 ECTS

Welche Potentiale, und welche Geschichten stecken im Baubestand? Wir nähern uns den baulichen Besonderheiten, überraschenden Eigenheiten und verdeckten Mängeln bestehender Gebäude zumeist über konkrete Wünsche und Anforderungen, die seitens der Bauherrschaft an uns gestellt werden. Im Zuge dieser investigativen Beschäftigung mit dem Bestand entdecken wir erhaltenswerte Qualitäten, die wir bewerten und aufzugreifen haben, wenn wir das Bauwerk als Prozess entwerfend fortschreiben.

Im Sinne einer Machbarkeitsstudie sollen an einem frei gewählten Objekt konkrete architektonische Herausforderungen der Ergänzung, Erneuerung und Erhaltung untersucht und konstruktiv durchgeplant werden. Die Studie baut dabei auf einer detaillierten Recherche der Bau- und Transformationsgeschichte des Objekts, sowie der Dokumentation und Bewertung seines derzeitigen baulichen Zustands auf. Neue Anforderungen, bauliche Mängel und Qualitäten werden gemeinsam diskutiert und führen über den Vergleich von Varianten zu ausgearbeiteten konstruktiven Lösungen für die gestellte Aufgabe bis ins Detail.
Die Bearbeitung der Aufgabenstellung setzt neben intensiver Recherche in Literatur, Plan- und Dokumentenarchiven, den mehrtägigen Besuch des Objekts und die Dokumentation und Analyse vor Ort voraus.
Sobald es die öffentlichen Einschränkungen und Schutzmassnahmen in Folge der Corona Epidemie wieder zulassen, werden wir das jeweilige Objekt vor Ort gemeinsam oder individuell begehen.

Aufbauend auf einer Literatur- und Archivrecherche sowie der Bauanalyse und Dokumentation am Objekt, werden im integrierten Seminar Fähigkeiten der konzisen Darstellung in schriftlicher Form vermittelt, die zur Zusammenfassung und Diskussion der Projektergebnisse in einem Research Book führen.

Objekte

•  Haus Groethuysen (München Nymphenburg, 1963) – Erneuerung und Terrassenumbau 

  Kunstverein München – Innenraumgestaltung und Ausbau Dachstuhl

  Es können grundsätzlich auch eigene Objekte zur Bearbeitung vorgeschlagen werden

Die Semesterleistung entspricht in Umfang und Tiefe der Ausarbeitung einer detaillierten Machbarkeitsstudie für eine konkrete architektonische Herausforderung in einem erhaltenswerten Bestandsobjekt.
Die Ergebnisse (1) der Recherche und Analyse am Objekt, (2) der Bewertung der vorhanden baulichen Substanz, ihrer Veränderung in der Zeit und vorhandener architektonischen Qualitäten sowie (3) der Variantenuntersuchungen und der konstruktiven Ausarbeitung der Vorzugslösung werden in einem Research Book zusammengefasst und in einer abschließenden Präsentation zu Diskussion gestellt.

 

 

WS 2019 / 2020

ALL THE LITTLE THINGS

MA Projekt 8 SWS 15 ECTS

 

Wie Forensiker arbeiten wir uns in Themengebiete zu Parkbauten der 1960er Jahre: Wirtschaftswunder, neue Lebensweisen, neue Infrastrukturen, Verkehrskollaps, Konzepte der Funktionstrennung, Neuer Brutalismus, Funktion vs. Repräsentation.
Die Bau-, Umbau- und Transformationsgeschichte des von Max Weckesser entworfenen Garagenbaus in der Baaderstraße, gleich neben dem Isartor, ist Untersuchungsgegenstand des Semesters. Während andere Parkhäuser in innerstädtischen Lagen der 1950er - 1970er Jahre längst abgerissen sind und den übrigen, wie dem Hauptbahnhof oder dem Parkhaus am Färbergraben, bald das gleiche Schicksal blüht, leistet das Isarparkhaus mit Späti-Tanke und dauerparkenden Oldtimer-Liebhabern weiterhin stoisch seinen Dienst.
Welche Lehren können aus der Geschichte von Garagenbauten für den Erhalt und die weitere Nutzbarkeit der Bauwerke dieser Jahrgänge gezogen werden? Welche Instandsetzungen sind notwendig? Welche nicht? Welche Umnutzungen sind sinnvoll? Wie ist das Phänomen Parkhaus in einer Zeit von Uber, Elektrorollern und Carsharing zu bewerten? Welche Rolle spielen die Schwellenräume des ruhenden Verkehrs für die Stadt?
Weit verstreute Archivalien und die im Umbruch stehende Zukunft des städtischen Verkehrs sind nur zwei von vielen Aspekten, die wir innerhalb des Semesters genauer untersuchen werden. Wir werden uns mit dem Bau vor Ort und vergleichbaren zeitgenössischen Parkbauten auseinandersetzen, sowie Archiv- und Literaturrecherche betreiben, die in Workshops in einer gemeinsam entwickelten Entwurfsaufgabe münden.
Die Ergebnisse der Projektarbeit sollen im dritten Heft der Zeitschrift Halten, Beiträge zum neueren Bauerbe publiziert werden. Redaktion und Lektorat werden dabei durch einen Fachverlag begleitet.

Ort
Studio Gabelsbergerstraße 49, EG

Termine
Einführung Dienstag, 15. Oktober, 14:00 Uhr
Schlusskritik 04. Februar 2020

 

 

 

SS 2019

4' 33'' Some Minutes of Standstill

60 plus. U-Bahn- und Verkehrsbauten ICOMOS.DE Studierendenwettbewerb 2019

MA Projekt 8 SWS 15 ECTS

Hier gehts zur Präsentation->

 

4 Minuten, 33 Sekunden, solange dauert das gleichnamige Stück des Komponisten John Cage von 1952. Es besteht aus Pausen, die in drei Sätze gegliedert sind. Musik ist nicht zu hören, stattdessen die Geräusche der Umgebung, in denen die Aufführung stattfindet. Ungefähr die gleiche Zeit, einige Minuten, verbringen wir wartend in U-Bahnstationen. Dann fährt die Bahn ein, steht kurz still, fährt weiter. Bauten des Verkehrs, Orte des Stillstands, die Pausen im Alltag markieren. Diese Zeit aber bietet die Gelegenheit, innezuhalten und die Umgebung wahrzunehmen, in der wir uns befinden.

Die U-Bahnstationen Münchens sind ein Erbe der Zeit nach 1960. Als historische Zeugnisse dieser Epoche aber können sie kaum noch dienen. Vielmehr zeigen sich in ihnen die Spuren von Geschichten, von ständiger baulicher Anpassung und Veränderung. Tagtäglich bewegen wir uns durch Baustellen, die in dem Moment, in welchem wir sie benutzen, nur pausieren.

Den Bedingungen und Folgen des baulichen Umgangs mit dem Baubestand der Infrastrukturen wollen wir im Projekt nachgehen, ebenso wie dem Rhythmus von Stillstand und Veränderung, der diese Orte bestimmt. Das Projekt orientiert sich an der Auslobung des ICOMOS.DE Studierendenwettbewerbs 2019 60plus. U-Bahn- und Verkehrsbauten, dessen Zielstellung ein wenig hinterfragt werden soll. Nicht die Entdeckung möglicher Denkmalobjekte und deren kulturhistorischer Bedeutung steht im Vordergrund unserer Auseinandersetzung, sondern die baulich-konstruktiven, rechtlichen und funktionalen Möglichkeiten der Erhaltung von Infrastrukturbauten. Uns interessiert die U-Bahnstation als Baustelle, die Realität ihrer kontinuierlichen baulichen Anpassung. Die Pause, die unsere Auseinandersetzung markiert, soll einen Raum erschließen, der offen ist für andere, neue Möglichkeiten. Im Umgang mit dem Bestand liegt sowohl eine investigative Herausforderung als auch gestalterisches Potential.

Entsprechend der Auslobung des Wettbewerbs sollen Lösungsansätze zur langfristigen Erhaltung und sinnvollen Nutzung von U-Bahnstationen erarbeitet werden. Die Ergebnisse der Recherche und Analyse werden auf einem Plakat (DIN A1 Hochformat) entsprechend den Auslobungsbedingungen des Wettbewerbs zusammengefasst. Zusammen mit dem darauf aufbauenden konstruktiven Entwurf bilden sie einen Beitrag (Fotodokumentation, Pläne, Terminpläne, Text zu Bau- und Umbaugeschichte) für die 3. Ausgabe der Zeitschrift halten, Beiträge zum neueren Bauerbe.

Ort
Studio Gabelsbergerstraße 49, EG

Termine
Einführung: Dienstag, 30. April, 10 Uhr
Schlusskritik: Dienstag, 23. Juli
Endabgabe: Dienstag, 6. August

 

 

 

WS 2018/19

The Adventure of the Empty House

MA Projekt mit integriertem Seminar, 12 + 3 ECTS

Gegenstand der investigativen Auseinandersetzung in diesem Semester sind Verwaltungsbauten der 1960er Jahre. Besonders interessieren uns das ehemals denkmalgeschützte Verwaltungsgebäude der Osram AG, sowie das nicht unter Schutz stehende Verwaltungsgebäude der Deckel Maschinenfabrik in München, beide nach Plänen von Walther Henn. Während das eine Objekt 2018 abgerissen wurde, steht bei dem anderen Objekt eine Instandsetzung an. Wir werden uns mit dem Bau vor Ort bzw. den geretteten fragmentarischen Asservaten intensiv auseinandersetzen, sowie Archiv- und Literaturrecherche betreiben. Welche Lehren können aus der widersprechenden Geschichte beider Bauwerke für den Erhalt von Verwaltungsgebäuden dieser Epoche gezogen werden? Die Ergebnisse des Projekts sollen im zweiten Heft der Zeitschrift halten, Beiträge zum neueren Bauerbe publiziert werden.

 

SS 2018

Into the open

MA Projekt mit integriertem Seminar, 12 + 3 ECTS

In diesem Semester werden wir uns mit Terrassenhäusern in München beschäftigen. Es gilt, aufbauend auf einer intensiven Beschäftigung mit den Objekten vor Ort, Recherchen in Archiven und in der zeitgenössischen Literatur konkrete Herausforderungen der Erhaltung zu identifizieren, frühe Eingriffe zu bewerten und eigene konstruktive Lösungen für diese Probleme zu formulieren. Im Projekt soll gleichzeitig das erste Heftes der Zeitschrift zur Neueren Baudenkmalpflege der Professur – halten, Beiträge zum neueren Bauerbe –, gemeinsam erarbeitet werden, in welches die Ergebnisse der Forschungsarbeiten unmittelbar fliessen werden. In Hinblick auf die Publikation ergeben sich Möglichkeiten der individuellen Vertiefung auf Fragen der Baugeschichte, Bautechnik, Materialien, Nutzungsgeschichte, Bauprozesse, Gestaltung und/oder Denkmalpflegetheorie.

Foto: Carina Thomas