Interdisziplinäres Seminar für das Baureferendariat

Im Zeitalter von Globalisierung, Klimawandel und Digitalisierung stehen wir vor großen gesellschaftlichen Herausforderungen. Das TUM Public Planning Lab thematisiert vor dem Hintergrund dieser grundlegenden Veränderungsprozesse die Anforderungen an die öffentlichen Bauverwaltungen und möchte deren zukünftigen Nachwuchskräften eine interdisziplinäre Plattform bieten, um innovative, zukunftsgerichtete Ansätze kennenzulernen und auszuprobieren. Das TUM Public Planning Lab wird als interdisziplinäres Seminar im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr am Lehrstuhl für Urban Design durchgeführt. Es ist Bestandteil des zweijährigen Vorbereitungsdienstes für den bautechnischen und umweltfachlichen Verwaltungsdienst, welcher in den Fachrichtungen Hochbau, Städtebau, Maschinenwesen, Elektrotechnik, Straßenbau und Wasserwirtschaft Nachwuchskräfte für die öffentlichen Bauverwaltungen qualifiziert.

Das Konzept des TUM Public Planning Lab orientiert sich an der Frage nach der Behörde der Zukunft und den notwendigen Kompetenzen ihrer Führungskräfte. Neben der Erweiterung der Fachkenntnisse um technologische Innovationen und aktuelle Themen stehen Managementkompetenzen, Persönlichkeitskompetenzen und Methodische Kompetenzen im Fokus des Seminars. Die interdisziplinäre Auseinandersetzung mit komplexen Themen und Aufgabenstellungen trägt zu einem erweiterten Verständnis von Planungs- und Bauabläufen bei. Neben der Fähigkeit, Lösungen einer fachlichen Problematik herbeizuführen, steht dabei die Methodik des vernetzten Denkens im Vordergrund. Durch praktische Problemstellungen wird ein Bewusstsein dafür entwickelt, wie ökonomische, soziale, politische und rechtliche Aspekte zusammenhängen. Die Teilnehmer/-innen bauen tragfähige interdisziplinäre - sowie nach Möglichkeit auch internationale - Netzwerke auf. Das Seminar erhöht die Reflexionsfähigkeit über die Ziele und Umsetzungstrategien von Aufgabenstellungen im öffentlichen Sektor und bearbeitet aktuelle verwaltungstechnische Problemfelder.

2019 / 2020
„2058 – Unsere Arbeit ist getan“ Unter diesem Titel stellten die Referendar/innen Fragen an die Zukunft. In interdisziplinären Teams wurde eine multimediale Ausstellung entwickelt, die neun Szenarien thematisiert. Unterschiedliche Fragestellungen, Utopien und Visionen wurden durchdacht, erörtert, visualisiert, überspitzt und bei der Abschlussveranstaltung mit Kolleginnen und Kollegen der TUM und mit Gästen aus staatlichen und städtischen Baubehörden, der Architektenkammer und aus der freien Wirtschaft diskutiert.