Die unsichtbaren Städter: Die Agentur

Urban Intervention & Investigation Studio (MA)

Team: Benedikt Boucsein, Elif Simge Fettahoğlu Özgen, Marco Kellhammer

Mit: Christiane Thalgott, Markus Lanz

„The contemporary city, the city that is at this moment under construction, is invisible. (...) While it remains everywhere and always in view, it is fully transparent to the urban conceptions under which we operate.” Unter diesem Blickwinkel nehmen wir im Studio die Bodenfrage als Ausgangspunkt, um uns mit der Unsichtbarkeit städtebaulicher Prozesse zu beschäftigen und durch deren Sichtbarmachung einen Beitrag zur aktuellen Diskussion zu liefern. Denn diese Thematik liegt an der Wurzel vieler, wenn nicht aller städtebaulicher Fragen in München. Die egalitäre und die kooperative Stadt: Sie sind nur denkbar mit einem gerechten Bodenrecht.

Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt nehmen Veränderungen wahr, fassbar sind diese aber nur bedingt. Stehen wirklich so viele Wohnungen die meiste Zeit des Jahres leer, wie viele meinen? Wer besitzt die Wohnungen, die für enorme Preise verkauft werden? Wie wirkt sich die Entwicklung auf das Leben in den Quartieren aus? Wie leben Menschen aus prekären Schichten, die sich die Stadt nicht mehr leisten können? Bröckelt die Idee einer bürgerlichen Stadt, oder ist alles halb so schlimm? Wie verschieben sich die Gewichte zwischen Stadtkern und Peripherie?

Der Komplexität des Themas entsprechend werden wir uns in verschiedenen Formaten mit dem Thema beschäfitgen: MA- und BA-Studio sowie den Seminaren „Walkscapes“ und „Beyond Urban Image“. Der MA-Gruppe kommt in dieser Zusammenstellung die Rolle der „Agentur“ zu: Sie wird investigativ arbeiten, mit den Techniken der räumlichen Analyse, wie dies beispielsweise Gruppen wie „Forensic Architecture“ tun. Sie wird dafür über die Kombination von räumlicher Darstellung, Analyse, Beobachtung und Interviews das Unsichtbare bzw. „die Unsichtbaren“ sichtbar machen. Auch die Kommunikation dieser Erkenntnisse wird entworfen.

Die Überlegungen und Idee der Untersuchungen werden im Austausch mit dem BA-Studio (der „Genossenschaft“) auf die Probe gestellt und sollen eine Diskussion befeuern: Agentur und Genossenschaft arbeiten zusammen am gleichen Problem, aber von unterschiedlichen Richtungen, und treffen in ihren verschiedenen Rollen im Laufe des Semesters immer wieder aufeinander. Als Fokus dient der Bereich um die Großmarkthalle und den Gotzinger Platz, eines der letzten Areale in München, welches die Möglichkeit bietet, eine Stadtentwicklung im innerstädtischen Kontext neu zu denken. Die Ergebnisse aus beiden Studios sowie ggf. den Seminaren sollen am Ende in einer gemeinschaftlichen Ausstellung/Intervention der Öffentlichkeit nähergebracht werden.