Das Auto ist fraglos eine der destruktivsten städtebaulichen Kräfte des 20. Jahrhunderts, was sich am deutlichsten im sprawl außerhalb der Städte äußert. In deren Kernen wiederum resultiert die fast unbeschränkte individuelle Mobilität mit Kraftfahrzeugen in einer zunehmend anachronistisch anmutenden Privatisierung, Verstopfung und Verschmutzung des öffentlichen Raums. Die mit dem Auto verbundenen Emissionen sind im Zeitalter der Klimakrise nicht mehr tragbar. Zudem wird die durch Fahrbahnen und Parkplätze versiegelte Fläche dringend zur Verbesserung des sommerlichen Stadtklimas benötigt.

Take back the streets!
Erhardstraße, Schwanthalerstraße, Arnulfstraße


Im Studio interessiert uns, welche stadträumlichen Konsequenzen ein weitestgehend autofreies München haben würde. Bei der konkreten Durcharbeitung werden wir uns mit dem aktuell diskutierten Isarufer im Bereich der Erhardstraße, der Schwanthalerstraße zwischen Altstadtring und Westend sowie der Arnulfstraße innerhalb des Mittleren Rings beschäftigen – denn auch der Hauptbahnhof kann seine Bedeutung in Zukunft stark wandeln.
Wir werden in unseren Entwürfen Auswirkungen auf den öffentlichen Raum ebenso wie die veränderte Rolle der Erdgeschosse und die Ausweitung der Grünräume thematisieren. Eine wichtige Rolle wird dabei auch der Luftraum über der Straße und über den Häusern spielen.