Wir sind bereits mitten in der Klimakrise. Die Wissenschaft gibt uns noch zehn Jahre, um deren komplette Eskalation aufzuhalten. Bruno Latour vergleicht die nun notwendige Reaktion mit der im Kriegsfall, bei dem die ganze Gesellschaft auf ein einziges Ziel hinarbeitet: das Überleben. Würden wir rational handeln, würden wir alles der notwendigen “großen Transformation” unterordnen. Aber warum geschieht nichts? Können wir die Transformation provozieren? Und welche Rolle kann die Architektur dabei spielen?

Final Countdown: Transformation eines Stadtblocks

Im Studio werden wir diese Fragen uns und unserer Umgebung radikal stellen. Wir setzen die Mittel des räumlichen Entwurfs ein, stellen aber auch einen Aktionsplan auf, diskutieren ihn mit verschiedenen Akteuren, und versuchen seine Durchführung einzuleiten. Die „tickende Uhr“ wird uns bei Beobachtung, Analyse und Entwurf leiten. Wir werden uns konkrete Gedanken darüber machen, wie der Alltag nach der „Großen Transformation“ aussehen wird, und welche räumlich-gestalterischen Eigenschaften ihn prägen.

Ort der Intervention ist der Stadtblock zwischen Türken-, Schelling-, Amalien- und Theresienstraße. Der Block hat inneres Entwicklungspotential durch die absehbare Stilllegung des Heizkraftwerks, befindet sich aber wie die ganze Maxvorstadt in einem Gentrifizierungsprozess. Daher wollen wir darüber nachdenken, wie ein genossenschaftliches Projekt diesen Block verwandeln und eine neue Art des Zusammenlebens in und nach der Krise einleiten könnte. Der Entwurf reicht vom städtebaulichen Maßstab bis zu Grundriss- und Fassadenlösungen. Wir arbeiten im Modell, im Plan, und auf der Straße. Die Moderne der Nachkriegszeit, die gegenüber mit dem Bau von Sep Ruf eine ihrer bedeutendsten Spuren hinterlassen hat, wird eine wichtige Richtschnur bei unseren gestalterischen Überlegungen sein

Der Entwurf findet in 2-er Gruppen statt.