Marlis Dörhöfer: Die Pfauenfederkommode aus Schloss Wilhelmsthal bei Kassel. Herstellungstechnik und Restaurierungskonzept.

Die Diplomarbeit befasst sich mit der sog. „Pfauenfederkommode“ aus Schloss Wilhelmsthal bei Kassel. Die Oberfläche der Kommode ist auf der Frontseite und beiden Seitenflächen mit in Lüstertechnik farbig gefassten, gepressten Silberfolien (Stärke 0,05 mm) in Form von Pfauenfedern verziert. Die Flächen zwischen den Silberfolien sind mit papierdünnen (Stärke 0,07 mm), transparenten Blättchen aus Abalone-Perlmutt auf grüner Grundierung belegt. Der Grund ist durch dunkelgrüne Farbflecken belebt, die durch Pigmentauftrag zwischen die beidseitig aufgetragenen Klebemittelschichten erzielt wurden. Perlmutt und Metall sind hier nicht, wie im Europa des 18. Jahrhunderts üblich, als Intarsie oder Marketerie verarbeitet, sondern in einer eigenständigen Dekor-Technik. Nur zwei weitere Möbel dieser Art sind bekannt. Themenschwerpunkte der Arbeit sind Identifikation (Beschreibung, historisch-stilistische Einordnung, Vergleichsmöbel), Untersuchung von Material und Herstellungstechnik, Dokumentation der Erhaltung und Erarbeitung eines Restaurierungskonzeptes.
Die Frage der historischen Einordnung musste ungeklärt bleiben. Der Fassungsaufbau konnte anhand von Querschliffen sowie durch naturwissenschaftliche Analysen der verwendeten Pigmente und Bindemittel nachvollzogen werden. Das Restaurierungskonzept formuliert Restaurierungsziele und leitet daraus geeignete Maßnahmen für Perlmutt und Silberfolien ab. Anstelle üblicher Vorgehensweisen wird vorgeschlagen, fehlende und unansehnliche Perlmuttflächen mit einem Perlmutt-Laminat, bestehend aus Tyvek®-Träger, Farbschicht, Klebemittel und dünngeschliffenem Perlmutt zu ersetzen.