Professur für Architektur- und Kulturtheorie

Biennale 2014, Elements show - outside


Die Architektur, zu der auch das Bauen im allgemeinen zu zählen ist, ist nicht Teil von „Kultur“, sondern von „Kulturen“ –  „mächtigen Energiewesen“, die durch faktisch vorhandene oder paranoid erzeugte Stressoren erzeugt werden. Bereits ein flüchtiger Blick auf die Architekturgeschichte zeigt: Gebäude sind ebenso im Kontext kultureller (nationaler, regionaler etc.) Differenzen wie im Kontext von Transmissionsprozessen zu sehen. Sie sind Resultate kultureller Evolution, die sich zumeist kaum auf distinkte Einzelfiguren (Heroen der Architekturgeschichte etc.) zurückführen lassen – und verdanken sich einer komplexen Gemengelage aus ökonomischen, politischen, materiellen und stilistischen Faktoren, aus Traditionen, Handwerkerregeln, Software- Rahmenbedingungen etc. Dies alles steht einer Architekturtheorie, die sich nicht subjektivistischen Illusionen hingeben will, als analytische und mithin evolutionstheoretische Aufgabe ins Haus. Gleichzeitig hat sich Architekturtheorie – als durchaus auch Subjekt-orientierte Designtheorie – nicht nur dafür zu interessieren, was war und was ist, sondern auch, was sein soll; und dies nicht nur im engeren Sinne von wünschbaren Artefakten, sondern auch im Sinne einer wünschbaren Gesellschaft.

Vor diesem Hintergrund verfolgt das Fachgebiet „Architektur- und Kulturtheorie“ folgende Forschungsschwerpunkte: die Architektur und der Städtebau vor allem des 20. und 21. Jahrhunderts algemein, im Speziellen die Ökonomie der Architektur und des Urbanismus, die Elemente und Synthesen des architektonischen Raumes sowie die neurowissenschaftliche Architekturforschung.

Als Diskurs- und Kommunikationsplattform der Professur für Architektur- und Kulturtheorie wurde 2014 „TUMLAR“ gegründet. „TUMLAR“ steht für „TU München Laboratory für Architectural Research“.

www.act.ar.tum.de