Bachelor

Hauptbahnhof München.
Bestandsaufnahme einer Transformation

Kunstgeschichte

Dozentin: Dipl. Ing. Mag. Doris Hallama, Isabel Mühlhaus (Fotografin)

Montag 15:30 - 17:00 Uhr
Beginn: 21.10.2019
Ort: Seminarraum 403, Gabelsbergerstr 49, IV. Stock

Der Münchner Hauptbahnhof steht mitten in seiner Abbruchphase. Mit dieser Baustelle und dem vorgesehenen Neubau verändert sich nicht nur die Bahnhofsinfrastruktur, sondern auch das Stadtviertel um sie herum. Ziel des Seminars ist eine Bestandsaufnahme jener Orte, Lokale, Treffpunkte – Zwischenräume und Alltagsorte – die wenig beachteter Teil des Bahnhofsumfelds sind. Was in der Baueuphorie nur Nebenschauplatz, jedoch die eigentliche Stadt am Bahnhof ist, wird uns zum Objekt einer fotografischen Auseinandersetzung mit München sein.

Mit der Fotografie als Werkzeug, wird das Bahnhofsviertel untersucht. Ziel ist mittels der Bilder die eigene Beschäftigung mit dem Ort zu positionieren. Fotografie übernimmt verschiedene Funktionen im Bezug zur Architektur. Sie dient, neben Zeichnungen und Texten, der Vermittlung und Dokumentation genauso aber auch der Interpretation von Gebäuden und Stadträumen. Eine solche Fotografie schaut nicht unbefangen. Wo die Fotografie über die Abbildung des vordergründig Sichtbaren hinausgeht, wird sie zum Mittel, um die Geschichten, Rollen, Funktionen oder Aufgaben und die Ästhetik dieser Räume zu ergründen.

Die Arbeiten sollen in einer Publikation zusammengefasst und in einer Ausstellung gezeigt werden.

 

Das Interieur: Räume des Inneren von Édouard Manet zu Njideka Akunyili Crosby

Kunstgeschichte

Dozentin: Dr. Sarah Hegenbart

Montag, 15:30 - 17:00 Uhr, 
Beginn: 21.10.2019
Ort: Seminarraum 403, Gabelsbergerstr 49, IV. Stock

Das Innere von Räumen, das Interieur, ist eine klassische Bildgattung, die im Zeitalter des Digitalen eine ganz neue Bedeutung gewinnt. Während das Interieur traditionellerweise als Sphäre des Privaten galt, bricht die ständige Vermittelbarkeit des privaten Umfelds durch die sozialen Medien die Kategorien zwischen dem öffentlichen Raum und dem privaten Inneren auf. Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für eine Darstellung des Interieurs?

In diesem Seminar untersuchen wir Interieurs aus verschiedenen geographischen, historischen, kulturellen und politischen Regionen, wobei unsere Diskussionen von folgenden Fragen geleitet werden: Inwiefern beinhalten Interieurs von Édouard Manet bis zu Njideka Akunyili Crosby eine Kritik an den sozialen Öffentlichkeiten, die sie umgeben und bestimmen? Welche Rückschlüsse lassen sich von dem Interieur auf das menschliche Innenleben, die Psyche, ziehen? Im ersten Teil des Seminars werden wir uns mit klassischen Theorien der Interieurmalerei beschäftigen. Dabei werden wir ausgewählte Beispiele vor Originalen in der Pinakothek im Detail analysieren. Der zweite Teil des Seminars begleitet die Ausstellung „Innenleben“ am Haus der Kunst. Hierbei untersuchen wir die zeitgenössischen Positionen der Künstlerinnen Njideka Akunyili Crosby, Leonor Antunes, Henrike Naumann und Adriana Varejão, deren Interieurs verschiedene Perspektiven auf die Frage nach der Konstruktion von Identitäten einnehmen und dabei in Bezug zu zeitpolitisch relevanten Themen wie Gendergerechtigkeit, Migration, Nationalismus, (Post)-Kolonialismus, Rassismus und Rechtsradikalismus sowie setzen.

 

The Grand Domestic Revolution
… Goes On?

Kunstgeschichte

Dozentin: Dr. Gabrielle Schaad

Freitag 12:00 - 15 :00 Uhr
Termine: 15.11.2019 / 29.11.2019 / 13.12.2019 / 20.12.2019 / 10.01.2020 / 24.01.2020 / 31.01.2020.
Ort: Bibliothek, Gabelsbergerstr. 49, IV. Stock

Die städtebaulichen Vorschläge «materieller Feministinnen» wie Melusina Fay Peirce (1836–1923) oder Charlotte Perkins Gilman (1860–1935) hat Dolores Hayden in The Grand Domestic Revolution: A History of Feminist Designs for American Homes, Neighborhoods, and Cities (MIT Press, 1981) vorgestellt. Sie spitzten frühsozialistische Pläne wie etwa von Robert Owen (1771–1858) oder Charles Fourier (1772–1837) zur Vergemeinschaftung von Hausarbeit angesichts der paradoxen Verhäuslichung werktätiger Frauen im industriellen Kapitalismus der USA weiter zu. Gleichberechtigung im Alltag sollte über die individuelle Wohnstätte hinaus bei planerischen Eingriffen im (sub-) urbanen Gefüge ansetzen.

Seither gab es auch in Europa in unterschiedlichen Maßstäben Anläufe, Haus- und Sorgearbeit bzw. Care-Ökonomie im Städtebau mitzudenken. Insbesondere die Versprechen technologischer Errungenschaften gilt es dabei aber kritisch zu beleuchten. In diesen zeitlich, kulturell wie geographisch anders situierten Kontexten lassen sich verschiedene Wirtschaftsmodelle, Rollenbilder oder ein Fehlen intersektioneller Perspektiven nachzeichnen.

Wir erarbeiten uns die historischen Vorschläge als Beiträge zur Architekturtheorie und spinnen den Faden weiter ins 21. Jh. zu zeitgenössischen Beispielen aktuellen Wohnbaus in bzw. um München. Ein besonderes Augenmerk soll auf der jeweiligen städtebaulichen Situation sowie der Anbindung des Baus an Infrastrukturen verschiedenster Art liegen.

 

Architectures of Gender

Blockseminar Architektursystematik

Dozent: Dr. Torsten Lange

Donnerstag 13:00 - 17:00 Uhr
Termine: 7.11.2019 / 21.11.2019 / 28.11.2019 / 12.12.2019
Ort: Bibliothek Gabelsbergerstr. 49 IV. Stock

This seminar asks in what ways gender and architecture are interrelated. If gender is a social construct, as theorists like Judith Butler have argued since the 1990s, then what role does architecture (and the practice of building) concretely play in this construction beyond the merely metaphorical? How do built structures not only represent sexual difference, but also serve to establish and maintain separate spheres for men and women, and thus produce gendered subjectivities? Moreover, how might architecture, rather than just provide shelter for the human body, actually contribute to the making of bodies insofar as it renders scientific knowledge about the former material through norms, standards and building codes? And finally, if binary notions of gender and material environments are mutually co-constructed, can they be unbuilt, and if so, how?

Neither claiming neutrality nor resorting to simple answers, this seminar will offer a critical and interdisciplinary introduction to gender theory in its relevance for rethinking architecture beyond normative understandings through a series of key readings, discussions, and on-site investigations. Our focus will be less on architectural authorship than on everyday aspects and lived experience. Departing from foundational texts of gender theory by such thinkers as Michel Foucault and Butler, we will investigate not only how architecture and design reproduce social norms and relations, but also whether and how the inhabitants of spaces do, or indeed refuse to, enact gendered spatial scripts.

 

Architektur der Weltausstellungen

Vorlesung

Dozent: Prof. Dietrich Erben

Montag, 11:30 - 13:00 Uhr
Beginn: 21.10.2019
Ort: HS 1100

Weltausstellungen sind Spektakel nationaler Selbstdarstellung, Orte kultureller Standort-
bestimmungen und Symbole von Fortschritt und Modernisierung. Als solche sind sie stets auch Experimentierfelder für neue architektonische Entwicklungen.

Diese vielfältigen Funktionen sind bereits bei der ersten Weltausstellung, die 1851 im Crystal Palace in London abgehalten wurde, ablesbar, und sie gelten bis heute. Die kaumüberbietbaren und nicht zuletzt kostspieligen Ansprüche finden in den Weltausstellungsgebäuden vielleicht sogar noch vor den Ausstellungsgegenstäden selbst ihren deutlichsten Ausdruck. Weltausstellungen sind für die Architektur von jeher Laboratorien, in denen die neusten gestalterischen und technischen Errungenschaften präsentiert werden.

Die Vorlesung zeichnet die Geschichte der Weltausstellung vom Beginn in der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart nach und macht den Versuch, anhand des speziellen Themas in die Architekturgeschichte dieser anderthalb Jahrhunderte einzuführen. Vor dem Hintergrund der sich wandelnden gesellschaftspolitischen Entwicklungen soll nach den urbanistischen Konzepten der Ausstellungsarchitektur und nach den symbolischen Ausdruckformen der Architektur gefragt werden

Folien zur Vorlesung

 

xerox ideology

Architekturgeschichtliche Übungen

Dozentin: Dipl. Ing. Elena Markus

Donnerstag, 11:30 - 13:00 Uhr
Beginn: 17.10.2019
Ort: Bibliothek, Gabelsbergerstr. 49, IV. Stock

Im Seminar xerox ideologywerden wir kollektive Bedürfnisse und individuelle Ansprüche, die sich räumlich manifestieren, in Prag und München untersuchen. Die Auffassung des Kollektiven, als Ideologie oder utopische Vorstellung, wird einerseits in einen Zusammenhang mit den politischen Zwängen gestellt; auf der anderen Seite geht es um das Verhältnis zwischen dem Kollektiven und dem Individuellen, das im Hinblick auf den sozialen und wirtschaftlichen, lokalen oder globalen Kontext zu betrachten ist. 

Zum Seminarthema über die Erscheinungsweisen des Kollektiven in Bezug auf den Raum gehört auch die Fragestellung nach möglichen Präsentationsformen, die einen theoretischen Schwerpunkt des Seminars bilden wird. Denn die zentrale These lautet: Die Form, in welcher die Forschungsergebnisse zur Schau gestellt werden, beeinflusst oder bestimmt gar die präsentierten Inhalte. Wenn also der Ideologie-Begriff unterschiedliche Lesarten und Umgangsformen mit dem Kollektiven adressiert, stehtXeroxfür andersartige Repräsentationsformen, welche die intendierte Aussage unterstützen oder diese erst hervorbringen. Als Vorbilder hierfür dienen im Seminar die Zines, nichtkommerzielle selbstgemachte Magazine; gegen den Mainstream gerichtet präsentierten sie einst die Subkulturszene im Musik-, Kunst- oder Architekturbereich, wurden mit den einfachsten Mitteln zusammengesetzt und mithilfe des Photokopierers vervielfältigt. 

In einem Workshop in Prag vom 6.11 bis 7.11.2019 werden wir uns mit der Idee des Kollektiven, welche an die sozialistische Vergangenheit des Landes anknüpft, und ihren räumlichen Abbildern beschäftigen. Begleiten wird uns das Architekturkollektiv spolka, das in Berlin, Prag und Bratislava tätig ist. Nach dieser ersten Übung geht es in München weiter: In Zusammenarbeit mit dem Münchner Forum und der Arbeitsgruppe »Wem gehört die Stadt?« untersuchen wir zusammen mit Bernadette-Julia Felsch ausgewählte Orte in München, in welchen die Spannung zwischen dem Kollektiven und Individuellen räumlich sichtbar wird. Die analysierten Fallstudien werden wir, mit Blick auf die vorher untersuchten kritischen Aussage-Formen in einem Zine der Öffentlichkeit zur Diskussion stellen.

Im Rahmen des Seminars wird die Vortragsreihe zu Architekturdarstellungen, die im Sommersemester 2019 gestartet ist, fortgesetzt.

 

Dadaismus:
Kunst, Leben und Politik in der Avant-Garde

Kunstgeschichte

Dozent: Dr. Cole Collins

Freitag, 10:15 - 11:45 Uhr
Beginn: 25.10.2019
Ort: Bibliothek, Gabelsbergerstr. 49, IV. Stock

Dada war keine singuläre Bewegung, noch war es nur ein ästhetisches Experiment; es war für viele von denen, die es praktizierten, eine Lebensweise und eine politische Haltung. In den Anfängen in Zürich war sie geprägt von der Rebellion gegen den Hass, die Zerstörung und den Hochkunst-Elitismus des frühen 20. Jahrhunderts. Nach seinen Brüchen über Deutschland, Frankreich und Amerika wurde es durch Politik und Ästhetik als gegensätzliche Komponenten geteilt. Performance, Poesie, Musik, Skulptur, Collagen, Fotomontagen, Fotografie, Film, Zeitschriften, Malerei wurden alle als Medien eingesetzt, um die Ideale der Bewegungen zu präsentieren. Dieser Kurs untersucht diese verschiedenen Medien und die Künstler, die im Zentrum der verschiedenen Fraktionen standen, um besser zu verstehen, wie Dada die Kunst und die Kunstgeschichte beeinflusst hat.

In unseren Seminaren werden wir verschiedene Themen diskutieren, darunter: Dada-Magazine, Dada-Manifeste sowie Dada und Gender. Wir werden uns mit Fragen über die Materialität, Politik und historische Darstellungen von Dada befassen und am Ende dieses Kurses ein besseres Verständnis dafür haben, warum Dada so einflussreich war. Wir konzentrieren uns auf Objektgeschichten sowie wissenschaftliche und kritische Interventionen am Thema.

Language: German and English

 

Vielfalt und Widerspruch in der modernen und zeitgenössischen Kunst

Kunstgeschichte

Dozentin: Dr. phil. Antonia Gruhn-Zimmermann

Freitag, 10:15 - 11:45 Uhr
Beginn: 25.10.2019
Erster Treffpunkt: Rotunde der Pinakothek der Moderne

Die politischen und gesellschaftlichen Konflikte der 1960er Jahre führten auch in der Kunst zu vehementen Aus- und Aufbrüchen. Dabei wurden ihre bis dahin noch geltenden inhaltlichen wie ästhetischen Kategorien und Gattungskonventionen radikal zur Disposition gestellt. Die Folge war, dass sich die Kunst nicht nur zu Massen- und Subkultur hin öffnete, sondern dass auch eine heute kaum mehr überschaubare Vielfalt und Widerprüchlichkeit der Kunstproduktion einsetzte. Motive der trivialen Alltagswelt, populäre Produkte der Massenmedien und vergängliche oder industriell gefertigte Werkstoffe wurden nun kunstwürdig, das Material konnte selbst zum Bedeutungsträger werden. Die Malerei verlor ihre Vorrangstellung an den expandierenden Sektor der Medienkunst und an Installation und Objektkunst. Maschinell oder von anderer Hand als der des Künstlers gefertigte Werke trugen zur Auflösung eines sicheren Werkbegriffes und –ideals bei.

Die Heterogenität der Kunstproduktion und Themen, aber auch die Frage nach ihrer Relevanz für die Gegenwart werden die Werkauswahl des Seminarprogramms bestimmen. Dabei wird ein Schwerpunkt auf dem Sektor Fotografie und Video liegen.