Urbane Fragmente Berlin
Bachelor Projekt WiSe 2020/21

„Stadtgeschichte (..) liefert kein einheitliches Bild, sondern ein lebendiges Nebeneinander von Stücken und Fragmenten, Typen und Gegentypen, eine Gegenüberstellung von Widersprüchen.“ O. M. Ungers, Bauten und Projekte, S.137

Berlin - wie wohl keine andere Stadt ist Berlin geprägt durch ihre bewegte Geschichte, durch Brüche, Überlagerung, Gegensätze und Heterogenität.

Nach der weitgehenden Zerstörung im zweiten Weltkrieg wurde die Neugestaltung der Stadt zum viel diskutierten Thema. Berlin, gleich einer „Tabula Rasa“, bot sich als ein Experimentier- und Versuchsfeld an, in dem neue Stadtkonzepte, im Sinne der Moderne, verwirklicht werden konnten. Die vorhandene historische Stadtstruktur, geprägt durch den Berliner Block, wurde daher teils komplett aufgelöst und durch freie Kompositionen der Moderne ersetzt. Es sollte ein Stadtraum entstehen, der nach den Kriterien der Charta von Athen gestaltet war - von Licht, Luft und Sonne, der Funktionstrennung und dem Ideal der autogerechten Stadt bestimmt. Auch die Teilung Berlins unter den vier Besatzungsmächten und der extreme Einschnitt inmitten der Stadt durch die Berliner Mauer, hinterlässt bis heute Spuren im städtischen Gefüge. 30 Jahre nach der Wiedervereinigung zeichnet sich das urbane Gewebe der Stadt durch seine Vielschichtigkeit, Komplexität und Diversität aus, wie ein Palimpsest liegen Zeitschichten dicht an dicht aneinander. Brachflächen, unvermittelte Leerstellen und temporär genutzte Flächen sind auch heute noch Sinnbild für die Stadt. 

In diesem Semester wollen wir uns mit der Fortschreibung bestehender Stadtstrukturen Berlins auseinandersetzen. Beispielhaft werden wir uns mit sieben Leerstellen der Stadt an prominenter Lage widmen und Nachverdichtungsstrategien erarbeiten.

Ziel ist es, ein durchmischtes städtisches Haus zu entwickeln, welches die Vielzahl der unterschiedlichen Lagebedingungen in ein Stück Stadt eigener Identität überführt. Zum einen wollen wir neuen qualitativen Wohnraum schaffen und uns zugleich mit der Frage befassen, wie Öffentlichkeit in der verdichteten, heterogenen Stadt entstehen kann. Die Flächen für heutiges Wohnen und Arbeiten werden dabei um gewerbliche und öffentliche Nutzungen ergänzt.

Einführung: Dienstag 03.11.20 9:00 Uhr via Zoom
https://vimeo.com/475009789

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Aufgabenstellung
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