Architektenausbildung im Nationalsozialismus 1933-1945

Hochschulneubau Nymphenburg, Modell

Die nationalsozialistische Machtergreifung führte, wie an allen Hochschulen, zu gravierenden Eingriffen beim Lehrpersonal und in der Ausbildung. Die dominierende Persönlichkeit an der Architekturfakultät, German Bestelmeyer, seit 1930 Mitglied des "Kampfbundes für deutsche Kultur", wirkte in den 1930er Jahren an fast allen Veränderungen entscheidend mit. Der einzige moderne Lehrer, Robert Vorhoelzer, wurde als "Baubolschewist" diffamiert und schon 1933 entlassen. Sein Nachfolger wurde 1936 Roderich Fick, ein mit den politischen Verhältnissen konformer Architekt. Nach Bestelmeyers Tod 1942 wurde mit Julius Schulte-Frohlinde einer der führenden Architekten des Nationalsozialismus berufen. Allerdings gewann die Münchner Architekturfakultät keine besondere Bedeutung im Nationalsozialismus.

Die Planungen, die gesamte Hochschule nach Nymphenburg zu verlegen, um das freiwerdende Areal für Parteibauten zu nutzen, kam nicht zur Ausführung. 

 

Bildnachweise:

  • Modell der Neuplanung am Botanisches Garten, München-Nymphenburg, 1936 | Bayerisches Hauptstaatsarchiv
  • Löscharbeiten auf dem Dach des Thierschbaus nach dem Bombenschaden vom 7. September 1943 | Heinrich Hoffmann, Bayerische Staatsbibliothek München/Bildarchiv
  • Hochschulstraße nach einem Bombenangrif, 1945 | TUM Archiv