Lehrauftrag der Frauenbeauftragten II: Gender Studies in Architecture

Lehrbeauftragte Wintersemester 2018/19: Frauke Zabel

Performativität – Das Verhältnis von öffentlichem zu geschütztem Raum 

Ausgehend von einer gegenwärtigen Betrachtung öffentlicher, halböffentlicher und kommerzieller Räume, in denen wir uns in München bewegen wagt das Seminar einen Blick auf die Reglementierungen des öffentlichen Raums (gender construction sowie Repression politischer Meinungsäußerungen) in unterschiedliche Zeiten und Kulturen. Wir schauen uns verschiedene Gegenkulturelle Bewegungen in ihrer Entstehung im Verhältnis zum öffentlichen Raum der jeweiligen Zeit an und stellen uns die Frage warum sie sich in geschützte Räume zurückziehen und eine Form der Realität in diesen imitieren. Dabei nehmen wir etwa die Entwicklung des brasilianischen Theaters unter Militärdiktatur in den 60er Jahren anhand von zwei architektonischen Beispielen in den Blick. Den Imaginationsraum des Theaters, in welchem die Realität zur Verhandlung gestellt wird, setzen wir ins Verhältnis zur Imitation des öffentlichen Raumes in der Ballroom Kultur der 1980er Jahre in New York in der Personen (Gender-)Rollen, welche die Gesellschaft nicht für sie vorsah. Diese historischen Bezüge ergänzen wir durch eine Betrachtung der gegenwärtigen LGBTQ+ Bewegung an unterschiedlichen Orten weltweit in Bezug auf ihr Verhältnis zum öffentlichen Raum. Dabei geht es um die Betrachtung, in welchen Momenten sich gegenkulturelle Bewegungen mit welchen Strategien in den öffentlichen Raum historisch und gegenwärtig begeben (z. B. Unsichtbares Theater, künstlerische Prozessionen, Performances, Paraden, Manifestationen).