Lehrauftrag der Frauenbeauftragten II: Gender Studies in Architecture

Foto: Mirja Reuter, Buenos Aires 2013


Lehrbeauftragte Sommersemester 2018: Mirja Reuter

Gender and spatial mobility in public sphere
Blockseminar zu Fragen der Geschlechterkonstruktion in/ durch urbane Räume

Das Jubiläum 100 Jahre Frauenwahlrecht ist ein Ausgangspunkt um den öffentlichen Raum zum einen als politische Bühne für Geschlechterkonstruktionen zu begreifen, zum anderen aber auch die Frage zu stellen inwieweit nicht nur Architektur, sondern auch der urbane Raum (halböffentlich und öffentlich) das soziale Geschlecht reproduziert. Im Seminar „Gender and spatial mobility in public sphere“ werden diese Räume speziell auf ihre genderspezifische Nutzung untersucht. Urbane Räume beeinflussen alltägliche Bewegungsmuster, können aber auch als Identifikationsorte für soziale Bewegungen oder als Orte für künstlerische Manifestationen dienen. Die Mikro- und Makroebene, von individuellen Verhaltensweisen hin zu Protestbewegungen aus der Geschichte Münchens sind gleichermaßen Untersuchungsgegenstand für Subjektivtäten, die den städtischen Raum als Bühne begreifen. Welche Wechselwirkungen ergeben sich nun zwischen den „Bühnen und ihren Akteur_Innen“, heute und in ihrer Geschichte? Ausgewählte künstlerische Arbeiten und Textmaterialien aus Queer- und Gendertheorien werden gemeinsam diskutiert und eröffnen Wahrnehmungs- und Denkräume eines kritischen Bewusstseins für zeitgenössische Geschlechterrollen. Folgende Fragen stehen dabei im Zentrum der Auseinandersetzung: Wie erfolgt heutzutage die Aneignung eines öffentlichen Raumes? Welche Orte in unserer geplanten und gebauten Umwelt gelten als geschlechtlich konnotiert? Gibt es Nischen, die abseits von binären Geschlechterrollen andere Identitätskonzepte zulassen? Welche „Figuren“ können wir auf ihre räumlichen Bewegungsmuster hinterfragen?