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Dok-Kolleg „Geschlecht und Geschlechterverhältnisse in Transformation“

15.01.2018

Das Doktoratskolleg „Geschlecht und Geschlechterverhältnisse in Transformation: Räume - Relationen - Repräsentationen“ untersucht Transformationen von Geschlecht und Geschlechterverhältnissen in ihren historischen, räumlichen und wechselseitigen Beziehungen, Bedingungen und Wirkungen. Die Universität Innsbruck lädt interessierte GeschlechterforscherInnen verschiedenster Fächer ein, sich für das Doktoratskolleg zu bewerben. KandidatInnen sollten über einen sehr guten Master- oder Diplom-Abschluss in einem der im DK vertretenen oder diesen nahestehenden Fächern – z.B. Architektur, Bildungs- und Erziehungswissenschaft, Gender Studies, Germanistik, Geschichte, Politikwissenschaft, Soziologie - verfügen und ein für die Ausschreibung einschlägiges Dissertationsprojekt verfolgen.


© Universität Innsbruck

Das DK fokussiert auf die Untersuchung von mit Geschlecht und Geschlechterverhältnissen verbundenen Wandlungsprozessen, Veränderungs- und Beharrungsregimen einschließlich der sozialen Kämpfe und zivilgesellschaftlichen Protestkonstellationen, durch die diese angestoßen, behindert, mobilisiert und moderiert werden. Notwendig für diese Forschungsunternehmung ist eine interdisziplinäre, intersektionale und transnationale / transregionale Analyseperspektive. 

Räume werden dabei als geografische und insbesondere als soziale und kulturelle Handlungs- und Ereigniskoordinaten gefasst, aber auch als physische Orte des Aus- und Einschlusses sowie des Übergangs bestimmt, die als Grenzen, Barrieren und Facilitatoren von Teilhabe wirken. Rela­tionen wiederum werden als Verbindungen realer Personen, AkteurInnen und AktantInnen ebenso verstanden wie als Zusammenhang individueller Subjektwerdung und gesellschaftlicher Subjekt­positionierung, die alte wie neue Ungleichheiten, Hierarchien und Grenzziehungsprozesse sowie bestehende Handlungsfähigkeit stärken aber auch schwächen können. Repräsentationen werden schließlich als sinnstiftende, legitimierende und delegitimierende Symbolsysteme, diskursive Formationen und literarische oder mediale Narrative definiert, die das Potential besitzen, gewalt­volle Subjektivierungsformen, Sozialverhältnisse und Wissensordnungen zu schaffen, zu stabilisieren aber eben auch zu transformieren.

Aus Perspektive der Architekturtheorie werden Dissertationsprojekte favorisiert, die sich damit auseinandersetzen, wie der Körper in der zeitgenössischen Architektur thematisiert wird. Der Körper ist spätestens seit Vitruv eine wichtige Referenz in der Architektur. Der idealisierte Vitruvianische Mann, eingeschrieben in einem Quadrat und einen Kreis, wurde zum Symbol des Humanismus. Als solches inspirierte er unterschiedliche Darstellungsmethoden und Proportions­lehren. Genau deswegen wurde diese Referenz in den letzten Jahrzehnten von vielen Seiten kritisiert. PhilosophInnen, FeministInnen, SoziologInnen, ÖkologInnen und nicht zuletzt Kunst-, Medien- und ArchitekturtheoretikerInnen haben als Resultat einer veränderten Auffassung von Technologie, dem menschlichen Körper, Natur und Sexualität schon längst den PostHumanismus ausgerufen. Frage ist ob und wie dieser PostHumanismus in der Architektur reflektiert und thematisiert wird.

Doktoratskollegs verstehen sich als wissenschaftlicher Diskursraum für hoch qualifizierten wissenschaftlichen Nachwuchs. Sie bieten eine forschungsorientierte, curricular verankerte und koordinierte Betreuung der Dissertation, interdisziplinären Austausch sowie Zugang zu internationalen Netzwerken. Als KollegiatIn haben Sie zudem Zugang zu Fördermitteln für Forschungsreisen und Veranstaltungen (z.B. Summer Schools, Methodenworkshops etc.), Bibliotheken und digitaler Infrastruktur. Auch können Sie sich nach der Inskription in das PhD Studium in Ihrem Dissertationsfach an der LFUI und der Vorlage eines Exposees für ein Dissertationsstipendium aus der Nachwuchsförderung der Universität Innsbruck bewerben. Erwartet werden die aktive Teilnahme an Veranstaltungen, Lehrangeboten und Gastvorträgen des DK, regelmäßige Diskussion des Arbeitsstandes mit KollegiatInnen und Faculty. Das DK ist eng angebunden an die Interfakultäre Forschungsplattform Geschlechterforschung: Identitäten - Diskurse - Transformationen an der Universität Innsbruck.

Bewerbungen mit einem Motivationsschreiben (max. 2 Seiten), einer Skizze des geplanten Dissertationsprojektes (max. 8 Seiten), einem tabellarischen Lebenslauf, ggf. inkl. Publikations­liste, universitären Zeugnissen, der digitalen Version der Diplom- oder Masterarbeit, ggf. einem Empfehlungsschreiben oder Gutachten der Diplom-oder Masterarbeit sind ausschließlich digital zu richten an dk-gender@uibk.ac.at Bewerbungsfrist ist der 30. Jänner 2018. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Ao. Univ.-Prof. Dr. Maria A. Wolf maria.a.wolf@uibk.ac.at.

Die Universität Innsbruck fördert zwei Dissertationsprojekte des Doktorats­kollegs Geschlecht und Geschlechterverhältnisse in Transformation mit einem einjährigen Stipendium. Die monatliche Beihilfe beträgt € 910,-. Das Stipendium wird für 12 Monate bewilligt, wobei eine Zwischenbegutachtung nach 6 Monaten vorgesehen ist. Es gelten die Vergabebedingungen für Doktoratsstipendien der Universität Innsbruck (siehe Beilage). Sie können sich zugleich für eines dieser Stipendien bewerben. Dann bitte Bewerbungsunterlagen entsprechend der Vergabebedingungen erstellen und die „Bewerbung für Aufnahme in das DK & Dissertationsstipendium“ ebenfalls digital übermitteln bis 30.01.2018 an dk-gender@uibk.ac.at