Vortragsreihe: RESOZIALISIERUNG – Zum Erbe einer ‹Sozialistischen Moderne›

Jens Jordan zum Thema: "Das Wunder der sich wandelnden Wahrnehmung – Werben für den Erhalt der Moderne in Usbekistan"

Palast der Künste, Tashkent 1964, Quelle: Archiv Sergo Sutyagin und Boris Chukhovitch (Foto: unbekannt)

Der Umgang mit den Bauwerken der Moderne in Usbekistan (1964–91) durchlief in den letzten fünfzehn Jahren einen Wandel. So wurden im Zuge des Umbaus des Stadtzentrums in Samarkand die Zeugnisse der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts fast vollständig zerstört. Auch in der usbekischen Hauptstadt Taschkent fielen bedeutende öffentliche Bauten dieser Zeit der gegenwärtigen Modernisierung zum Opfer. In den letzten Jahren ist jedoch eine vorsichtige Aneignung dieser Bauwerke festzustellen, teilweise verbunden mit Überformung und Ornamentierung. Neben der Vorstellung von einigen herausragenden Beispielen soll in dem Vortrag auch kurz ihre Rolle im städtischen Umfeld einer »sozialistischen Modellstadt für die Länder des Südens« aufgezeigt werden. Anhand von Beiträgen in usbekischen Zeitungen und weiteren Vermittlungsstrategien soll ein Einblick in das Werben für den Erhalt dieser Bauwerke und die heute damit verbundenen Herausforderungen ermöglicht werden. Thematisiert wird dabei auch die Rolle der Tourismusentwicklung als Triebfeder sowohl des Abbruchs als auch einer langsam einsetzenden, erneuten Wertzuschreibung.

"RESOZIALISIERUNG – Zum Erbe einer ‹Sozialistischen Moderne›" ist eine Vortragsreihe der Professur für Neuere Baudenkmalpflege und des Lehrstuhls für Restaurierung, Kunsttechnologie und Konservierungswissenschaft

Wann:
24. November 2020, 19h

Wo:
via Zoom-Webinar (ID 964 6754 6300)

Anmeldung:
Registrierung und weitere Informationen hier