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Tagung: Architektur und Akteure in der Nachkriegsgesellschaft – Praxis, Öffentlichkeit, Ethos

22.06.2017

22.06.2017 - 23.06.2017, ab 9h


Paul Schneider-Esleben (ohne Hut) und Bauherren des Gymnasiums Lennestadt, um 1953 © Architekturmuseum TUM

Der Lehrstuhl für Architekturgeschichte und kuratorische Praxis und das Architekturmuseum der TU München richten die Tagung „Architektur und Akteure in der Nachkriegsgesellschaft: Praxis, Öffentlichkeit, Ethos“ im Rahmen des DFG-Forschungsprojekts „Der Architekt Paul Schneider-Esleben und die Nachkriegsmoderne“ aus.
Voraus ging die Untersuchung von Leben, Werk und Nachlass Schneider-Eslebens (1915-2005) für eine Ausstellung zum 100. Geburtstag. Dabei öffneten sich neue, gesellschaftsbezogene Felder für eine Forschung, die von subjektzentrierten Konstellationen wie Herkunft, Ausbildung und Netzwerken ausgeht. Indem sie Werk, Erfahrungen und Erkenntnisse aufeinander bezieht, gewinnt sie Relevanz für die Geschichte von Architektur und Gesellschaft, gerade für eine Zeit forcierten Wandels nach dem (verlorenen) Krieg. Die Lebensgeschichte Paul Schneider-Eslebens umschließt das 20. Jahrhundert. Ihre Stationen bilden nicht nur Teile von dessen Architekturgeschichte ab, sondern auch - wechselseitig aufeinander bezogen - gesellschaftlichen Wandel. Eine biographisch geleitete Untersuchung verknüpft Akteure, Narrative, Praxen, Orte, Milieus, Entwürfe und kreative Strategien. Sie weist über die Person hinaus auf das, als was sich die Gesellschaft nach dem Zweiten Weltkrieg versteht. Aus der so modellierten Beziehung aus Akteur(en), architektonischer Moderne und Nachkriegsgesellschaft leiten sich die Fragen für die Tagung ab.
Zusätzlich zeigt das Architekturmuseum der TUM eine kleine Archivpräsentation zur Nachkriegsarchitektur im Vorhoelzer Forum (nur am 22. und 23. Juni 2017).

Donnerstag, 22.06.2017
Sektion I Entgrenzungen: Akteure und Netzwerke, Interdisziplinarität und Öffentlichkeit
Blurring of the Borders: Actors and Networks, Interdisciplinary and Public

Moderation: Gabriella Cianciolo Cosentino, München
9.00–9.10h Begrüßung Andres Lepik, Lehrstuhlinhaber und Direktor des Architekturmuseums der TU München
9.10–9.35h Eröffnung Regine Heß, München
9.35–10.10h Patrizia Bonifazio, Mailand: Being Architects for Democratic Clientele. Ludovico Quaroni Between New Knowledges and Political Commitment (1945-1955)
10.10-10.45h Nicole De Togni, Mailand: The Italian Reconstruction and the Contribution of Unrra-Casas. Ideologies, Models and Actors for Architecture and Society
10.45–11.15h Pause
11.15–11.50h Kirsten Wagner, Bielefeld: Von Den Akteuren des Wohnungsbaus zu den Akteuren des Wohnens
11.50–12.30h Silke Langenberg, München: Architekten und ihre Publizisten. Zur Einflussnahme Von Fachzeitschriften auf das Architekturgeschehen der Nachkriegszeit
12.30–13.30h Mittagspause

Sektion II Architekten in der Gesellschaft: Wohnhäuser, Wiederaufbau, Debatten
Architects in Society: Dwellings, Reconstruction, Debates

Moderation: Tobias Zervosen, München
13.30–14.05 Elke Nagel, Stuttgart/München: Die Stuttgarter Hochhäuser von Hans Scharoun. Ein Wohnungsbauexperiment der Nachkriegsgesellschaft
14.05–14.40 Martin Kunz, Karlsruhe: Die architektonische Großform. Wie Otto Ernst Schweizer mit seiner Lehre den Wiederaufbau prägte
14.40–15.15 Monika Stromberger, Graz: Architekten zwischen „Heimatschutz“ und neuer Baukultur. Die Steiermark nach 1945
15.15–15.45 Pause
15.45–16.20 Birgit Kastner, Bamberg: Vom Baukünstler zum Planer. Veränderungsprozesse eines Berufsstandes am Beispiel des Kölner Architekten Karl Band
16.20–17.00 Carmen Enss, Bamberg: Eingeschränkte Spielräume. Münchner Architekten zwischen Sanierung und Neuplanung 

Freitag, 23.06.2017
Sektion III Berufsstand im Wandel: Praxis, Ideologie, Religion, Hochschule
Profession in Flux: Practice, Ideologoy, Religion, University

Moderation: Stephan Trüby, München
9.00–9.05 Begrüßung Regine Heß
9.05–9.40 Ralf Liptau, Berlin: Kneten und probieren. Modelle in Entwurfsprozessen der Nachkriegsmoderne
9.40–10.15 Johannes Warda, Dresden/Weimar: Eine architektonische Poetik. Denkmalpflegerische Impulse zur Reformulierung des Bauwesens im Nachkriegsdeutschland
10.15-10.50 Marko Špikić, Zagreb: Ruins and Slavic Utopia. Architecture of the Social Reform in Croatian Historic Towns, 1945-1960
10.50–11.20 Pause
11.20–11.55 Alexandra Klei, Berlin: Jüdisches Bauen in Nachkriegsdeutschland. Möglichkeiten, Bedingungen und Rezeption
11.55–12.30 Mark Escherich, Weimar: Die Unsichtbaren sichtbar machen. Gruppenbiografische Erhebungen zu den traditionalistischen Bauschulen in Stuttgart und Weimar
12.30–13.00 Vorstellung der Archivpräsentation „Nachkriegsarchitektur. Projekte aus dem Architekturmuseum der TUM“
13.00-14.00 Mittagspause

Sektion IV Jenseits des Nationalen: Transformation, Ethos, Entgrenzung
Beyond Nationality: Transformation, Ethos, Delimination

Moderation: Regine Heß, München
14.00–14.35 Anke Blümm, Weimar: Ein Gelaufe um Anschluss. Die letzte Generation der Mies-Studenten am Bauhaus in der NS-Zeit und nach 1945
14.35–15.10 Olaf Gisbertz, Braunschweig: Import, Export, Reimport? Walter Gropius und die transatlantischen Netzwerke der „Nachkriegsmoderne“
15.10–15.45 Rachel Julia Engler, New York: To Holland. Frank Lloyd Wright’s Urbanism in Postwar Rotterdam
15.45–16.15 Pause
16.15–16.50 Elena Markus, München: Schweizerische Baugesinnung. Bescheidenheit als Ideologie
16.50–17.30 Stephan Trüby, München: Poststressale Architektur. Deutschland, Italien und Japan im Vergleich

Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Fakultät für Architektur der TU München.

Die Tagung ist öffentlich. Sprachen sind deutsch und englisch. Der Eintritt ist frei.

Wann
22.- 23.06.2017, ab 9h

Wo
Vorhoelzer Forum der Fakultät für Architektur
TU München
Arcisstraße 21
80333 München

Konzept und Organisation
Dr. Regine Heß
Lehrstuhl für Architekturgeschichte und kuratorische Praxis/
Architekturmuseum der Technischen Universität München