Vortrag: Michael Falser "Deutsch-koloniales Bauen als globale Architekturgeschichte? Methodentransfer, Grundlagenforschung, Fallbeispiele"

20.10.2021, 18.30h

Ab 1884 stieg das Deutsche Reich neben Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden zur viert-größten Kolonialmacht auf. Spezifikum des Deutschen Kolonialismus war hierbei, dass er mit Kolonien in Afrika (Deutsch Ost- bzw. Südwestafrika, Kamerun, Togo), Ostasien/China (Tsingtau-Kiautschou) bis Ozeanien (Neuguinea, Samoa) geopolitisch ein globales Projekt war und, trotz kurzer Prägungsdauer von nur ca. 30 Jahren (1884-1914), eine enorme Architekturproduktion freisetzte, deren bauliche Hinterlassenschaften noch heute sichtbar sind. Doch obwohl die Globalgeschichte und die Globale Kunstgeschichte längst den global turn vollzogen haben, ist die Disziplin der Architekturgeschichte diesen Ansatz noch schuldig geblieben. Der Vortrag wird dieses Desideratum thematisieren, das deutsch-koloniale Bauen als Globale Architekturgeschichte methodisch konfigurieren und mit konkreten Fallbeispielen aus der Grundlagenforschung zu kolonialzeitlichen Primärquellen veranschaulichen.

Dr. Michael Falser
Michael Falser studierte Architektur und Kunstgeschichte in Wien, Paris und Berlin. 
In seiner Funktion als Projektleiter für Architekturgeschichte und Cultural Heritage Studies am Chair of Global Art History (Exzellenzcluster "Asia and Europe in a Global Context") der Universität Heidelberg verfasste Michael Falser seine Habilitationsschrift "Angkor Wat - A Transcultural History of Heritage" (erschienen DeGruyter 2020). Seit März 2021 ist er DFG-Heisenberg-Fellow am Lehrstuhl für Theorie und Geschichte von Architektur, Kunst und Design der TU München. Sein Projekt „Deutsch-koloniale Architektur als globales Bauprojekt um 1900 und als transkulturelles Erbes heute“wird er in diesem Vortrag vorstellen. Dabei hat er als Guest Editor des im Juli 2021 erschienenen Themenhefts der Kunstchronik mit dem Titel "Globale Räume des deutschen Kolonialismus" mit Kolleg*innen eines erweiterten Forschungsspektrums bereits interdisziplinäre Ansätze vorgestellt.

Der Vortrag ist eine Veranstaltung vom Zentralinstitut für Kunstgeschichte.

Wann:
20.10.2021, 18.30h

Wo:
Zentralinstitut für Kunstgeschichte
2. OG, Vortragssaal 242 (mit Anmeldung bis zum 19.10.21)

Online, Zoom
Meeting-ID: 856 5934 5839
Passwort: 148258.