Neue Heimat

27.06 - 06.10.2019


Verwaltungssitz der Neuen Heimat in München Neuperlach von Hans Mauerer und Horst Mauder, 1965-1971, Foto: Architekturmuseum der TUM

Die „Neue Heimat” war der größte und bedeutendste nichtstaatliche Wohnungsbaukonzern im Europa der Nachkriegszeit. Nach dem Motto »Wir machen alles« wurden auch Universitäten, Kongresszentren, Großkliniken gebaut. Damit prägte der Konzern das Gesicht der Bundesrepublik städtebaulich und architektonisch nachhaltig: Er war Ausdruck und Spiegelbild der bundesdeutschen Sozialgeschichte.

In einem Zeitraum von über dreißig Jahren hat das Gewerkschaftsunternehmen mit Hauptsitz in Hamburg mehr als 400.000 Wohnungen und darüber hinaus seit den sechziger Jahren auch zahlreiche Kommunal- und Gewerbebauten in Deutschland geplant und ausgeführt – die Mehrzahl davon steht noch heute. Die „Neue Heimat“ war ein Hoffnungsträger für die Teilhabe am Wirtschaftswunder. Der skandalträchtige Zusammenbruch des Unternehmens Anfang der achtziger Jahre wirkte wie ein Schock auf die westdeutsche Bevölkerung und markierte das Ende einer Epoche.

Der zeitliche Abstand von über einer Generation bietet die Chance für eine kritische Untersuchung: Was ist aus den sozialdemokratischen Visionen eines bis heute angestrebten „Wohnen für Alle“ geworden? Vor dem Hintergrund der aktuellen Wohnungskrise und der geforderten Nachverdichtung in vielen Großstädten erhalten die Siedlungs- und Wohnkonzepte der „Neuen Heimat" wieder neue Bedeutung.
Erstmals werden in einer Ausstellung die Bauten der „Neuen Heimat“ an herausragenden Beispielen – darunter zahlreiche aus Hamburg - analysiert und mit historischen Foto- und Filmaufnahmen, Planmaterialien und Modellen dokumentiert. Die Ausstellung lenkt die Perspektive auf die Protagonisten der „Neuen Heimat", einschließlich der rund 700 Architekten und Stadtplaner, und deren Einfluss auf die Entwicklungen im Wohnungs- und Städtebau.

Am 26.06.2019 sprechen im Rahmen der Ausstellungseröffnung Hans-Jörg Czech, Direktor des Museums für Hamburgische Geschichte, Dorothee Stapelfeldt, Senatorin der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen, Karin Loosen, Präsidentin der Hamburgischen Architektenkammer sowie Hilde Strobl, Kuratorin der Ausstellung vom Lehrstuhl für Architekturgeschichte und kuratorische Praxis. 

Die Laufzeit der Ausstellung ist vom 27. Juni bis zum 6. Oktober 2019. Sie ist eine Kooperation des Architekturmuseums der TUM, dem Hamburgischen Architekturarchiv und dem Museum für Hamburgische Geschichte.

Wann:
27.06 - 06.10.2019

Wo:
Museum für Hamburgische Geschichte
Holstenwall 24
20355 Hamburg