Lecture Series: Pandemic Realities & …

Prof. Dietrich Erben: Seuche und kulturelle Modernisierung – Kunst nach der Pest

© Grafik: Mirko Johannes Schütz

Der Vortrag geht von einem generellen historischen Dilemma der aktuellen Pandemie aus: Während die Diagnose der Gegenwart nur die akute Krisenerfahrung der Seuche beschreiben kann, haben sich die Überlegungen zu deren zukünftigen Folgen auf Vermutungen zu beschränken. In der historischen Rückschau werden jedoch die Folgen von Seuchen deutlicher erkennbar. Der Vortrag beschreibt die Folgelogik als "kulturelle Modernisierung" und skizziert den sozialen Wandel anhand der Kunstentwicklung in einem weiten historischen Bogen, beginnend mit der Großen Pest der Jahre 1346-50 und der Frührenaissance. 

In der aktuellen Krise zeigt sich mit aller Deutlichkeit, wie fragil der angenommene gesellschaftliche Normalzustand tatsächlich ist. Die pandemische Realität beeinflußt nicht nur unseren beruflichen Alltag und die Reisegewohnheiten, sondern sie zwingt auch zu einer Auseinandersetzung mit der gebauten Umwelt unter einem neuen Vorzeichen. Die Vortragsreihe "Pandemic Realities & …" des Lehrstuhls für Geschichte und Theorie der Architektur, Kunst und Design widmet sich den räumlichen Praktiken der Seuchenkontrolle, den historischen und gegenwärtigen Ikonographien der Biopolitik und diskutiert ihre gesellschaftliche Dimension in der Kunst und Architektur.

Wann
23.11.2020, 18.30h

Wo
zoom
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