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Gerd Albers 95

17.09.2014

Gerd Albers, emeritierter Professor und Altrektor der Technischen Universität München, feiert seinen 95. Geburtstag. Der Architekt und Stadtplaner hat die wissenschaftliche Topographie des Städtebaus in den Nachkriegsjahrzehnten geprägt.


 

Professor Dr.-Ing., Dr.-Ing.E.h. Gerd Albers, emeritierter Ordinarius für Städtebau und Regionalplanung und Altrektor der Technischen Universität München, feiert am 20. September 2014 seinen 95. Geburtstag. Albers leitete den Lehrstuhl für Städtebau und Regionalplanung von 1961 bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1987. Als Rektor leitete er die Geschicke der Hochschule von 1965 bis 1968.

Gerd Albers stammt aus Hamburg, war von 1937–1947 zehn Jahre seines jungen Lebens im Kriegsdienst bei der Marine, und konnte erst dann Architektur studieren. Vor allem die Studienzeit in Chicago am Illinois-Institute of Technology bei Mies van der Rohe und bei Ludwig Hilberseimer hat ihn stark beeinflusst. Es erfolgte eine schnelle Karriere mit Stationen in Ulm, Trier und Darmstadt, parallel die Promotion in Aachen bei Erich Kühn mit dem Thema "Geisteswissenschaftliche Entwicklung des Städtebaus", bis er sein Wirken in München entfaltete. 1964 gründete er zusammen mit Ulrich Conrads, Kurt Eggeling, Klaus-Jakob Thiele und Klaus Winter die Stadtbauwelt, die noch heute die wichtigste Fachpublikation für Städtebau in Deutschland ist.

Er war Gründungsenator zweier neuer Technischer Hochschulen (Dortmund und Hamburg-Harburg) und hat dort die damals neuen Studiengänge für Raumplanung mit verantwortet. An der TUM gründete er das städtebauliche Aufbaustudium, das heute als Teil der Referendar-Ausbildung in Bayern fortlebt. Er war Präsident der DASL Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung, der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, von ISOCARP International Society of City and Regional Planners, damit sind nur die wichtigsten Stationen seines großen öffentlichen Wirkens benannt, das sich auch in zahlreichen Ehrung, u.a. dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, spiegelt. Die ISOCARP hat ihren jährlichen Publikations-Preis nach Gerd Albers benannt. 

Gerd Albers, Architekt und Stadtplaner, hat die wissenschaftliche Topographie des Städtebaus in den Nachkriegsjahrzehnten geprägt. Die Trennung des Städtebaus als Stadtplanung von der Architektur ist als typische Entwicklung der Moderne mit seinem Namen verbunden. Seine bekanntesten Publikationen beschäftigen sich, da gab die Dissertation den Aufschlag, mit den zeittypischen Entwicklungslinien des Städtebaus, seit sich dieser im späten 19. Jhdt. als eigenständige Disziplin etablierte. In den drei Jahrzehnten an der TU München hat Gerd Albers dann selbst diese Disziplin entscheidend beeinflusst.

Anlässlich des Geburtstages erfolgt am 19.09. eine Veranstaltung in der TUM