Bericht zur Caribbean Winter School 2020 

Zwischen 17. Februar und 08. März 2020 fand die 11. Caribbean Winter School statt. Erneut nahmen auch Architekturstudierende der TUM am 3-wöchigen Workshop in Havanna teil. Eine Teilnehmerin berichtet.


Teilnehmer*innen der Caribbean Winter School 2020 (Foto: Melanie Götz)

Kuba hat eine vielschichtige und bewegende Geschichte, die noch immer von den allgegenwärtigen Relikten der Vergangenheit erzählt wird, wie den alten zerbröckelnden Kolonialvillen und den legendären amerikanischen Autos. Doch Kuba befindet sich im Wandel: strukturell, wirtschaftlich und soziologisch. An der jährlich stattfindenden Caribbean Winter School (CWS) kann man diese Veränderung nicht nur spüren, sondern ein Teil davon werden. 

Seit elf Jahren gibt es nun den dreiwöchigen Workshop der, wie schon in den Jahren zuvor, an der Universidad Tecnológica de La Habana José Antonio Echeverría (CUJAE) in Havanna stattfand. 2010 wurde sie von Professor Bühler (Münster School of Architecture) zusammen mit dem kubanischen Professor Bancroft und dem spanischen Professor Ramos gegründet.
Seitdem reisen jedes Jahr im Februar Studierende der TUM, der Münster School of Architecture, der Universität Stuttgart, der Manchester School of Architecture und des Technion Haifa nach Havanna, um zusammen mit kubanischen Architekturstudierenden einen Entwurf zu erarbeiten. 

Die CWS setzt ihren Schwerpunkt auf die Entwicklung einer innovativen Stadtplanung für Havanna im Kontext künftiger Veränderungen. Der Workshop konzentriert sich dabei jedes Jahr auf verschiedene Gebiete Havannas. Die Caribbean Winter School‘11 beschäftigte sich mit der sensiblen Stadterneuerung an der Mündung des Rio Almendares, einem Fluss in Havanna, an dem sich in den letzten Jahrzehnten eine informelle Siedlung angesiedelt hat. Die Aufwertung des Gebietes mit punktuellen Interventionen, sowie die Verbindung an die Stadt standen im Fokus des Projektes. Die 41 Teilnehmer arbeiteten in internationalen Arbeitsgruppen an ihren Visionen für die Stadt Havanna. Vorträge und Walking Lectures durch Havanna begleiteten die Arbeiten der Studierenden und gaben Anregungen für die eigenen Projekte. 

Wie auch in den letzten Jahren wurde in den drei Wochen Projektzeit intensiv gearbeitet, aber auch nach einem langen Tag oder an den Wochenenden wurde Havanna erkundet. Die kubanischen Kommilitonen waren dabei großartige Stadtführer und immer sehr bemüht den ausländischen Studierenden zu helfen oder ihnen ihre Kultur näher zu bringen.  
Am Ende der drei Wochen waren die Resultate vielschichtig, farbenfroh und raffinier, sie regten zu weiteren Ideen an. Die Vorschläge reichten vom Sozialwohnungsbau, über landschaftsarchitektonische Promenadengestaltungen und Kulturgebäuden, bis hin zu Großprojekten mit topografischen Eingriffen.  

Barbara Schudok vom Lehrstuhl für Architectural Design und Participation begleitete die Winterschool seitens der TUM. Sie selbst nahm bereits als Studentin an der Winter School teil und begeisterte sich für die Architektur, die Menschen und die Kultur des Landes. Später schrieb sie ihre Masterthesis über Havanna und kehrte als Lehrbeauftrage an die CWS zurück. 

Teaching Team: 
Prof. Fernando Ramos (ETSAB Barcelona), Prof. Jordi Sutrias (UIC Barcelona), Prof. Dr. Rubén Bancrofft (CUJAE Havanna), Prof. Joiselen Cazanave (CUJAE Havanna), Prof. Dr. Jorge Peña (CUJAE Havanna), Prof. John Lee (MSA Manchester), Prof. Jens Ludloff (Universität Stuttgart), Prof. Martin Weischer (MSA Münster), Prof. Gavriela Nussbaum (Technion Haifa), Prof. Piotr Gajewski (Politechnika Krakowska), Barbara Schudok (Technische Universität München).  

Bericht von Clara Frey