Gärtnerei St.Ottilien

Die neue Gärtnerei zeigt sich dem Klosterdorf gen Norden als eine von vielen Umfassungsmauern. Ohne ihre Umgebung zu kontrastieren, lässt sie dem Kloster seine Stellung in der Hierarchie des Dorfes. Wie im Luftbild erkennbar, sind wichtige Referenzpunkte wie die Klosterküche, der Dorfladen und die An- und Auslieferung in die Planung mit einbezogen. Der Winkel der Anlage vermittelt zwischen der Bestandsstraße nördlich der Mauer und der leicht ausgedrehten Nord-Südausrichtung des Klosters. Durch die Trennung von Klausur und Gärtnerei durch eine brusthohe Mauer entlang der Nord-Südachse wird eine Durchquerung des Geländes vom Dorfladen im Norden bis zu den Feldern im Süden mit Blick auf die Zugspitze ermöglicht.

Entlang der Mauer entwickelt sich das Verarbeitungsgebäude, welches zugleich der Verbindungsbau der Gewächshausblöcke ist. Dadurch soll ein möglichst reibungsloser Ablauf durch eine lineare Anordnung der Arbeitsschritte und eine Verkürzung der Wege im Gebäude erreicht werden. Ein kleiner Vorplatz dient zum einen der Adressbildung und zum anderen als ein ruhiger Ort zwischen der Klausur und dem Betrieb.

Das Verarbeitungsgebäude ist, wie auch die standardisierten Gewächshäuser, als Stahlbau auf einem Raster von 3,2m errichtet. Dabei tragen Stahlrahmen auf Mauervorlagen Trapezblechsandwichelemente als Dach. Die Mauer wird aus einem Binderverband aus 16 DF Hochlochziegeln mit Dünnbettmörtelfugen und halbhohen Elementen mit regulären 1cm Mörtelfugen gebaut. Hierbei entsteht bei einfacher Bauweise eine energetisch vernünftige Rückwand mit einem relativ komplexen Relief.