Visuelle Exploration zur Beurteilung von Entwurfsvarianten

Die konzeptionellen architektonischen Entwurfsphasen sind geprägt von einem ständigen Ineinandergreifen von Variantenerzeugung, deren Bewertung und einer stetigen Detailierung. Zur Bewertung von Varianten greift der Entwerfende heute fast ausschließlich auf sein Erfahrungswissen. Objektivierbare Kriterien wie Simulations- und Analyseverfahren werden aktuell nur teilweise und losgelöst von der kreativen Tätigkeit einbezogen. Die Ursache sind hierfür die etablierte sequenzielle Arbeitsweise, die mangelnde Prozessintegration von unterstützenden Softwarelösungen und die notwendige Modellqualität (Detaillierungsgrade) in frühen Entwurfsphasen. Das Teilprojekt fokussiert auf die Erarbeitung von Methoden zur visuellen Repräsentation und Exploration von Simulations- und Analyseergebnissen zur prozessintegrierten Präsentation und vergleichenden Gegenüberstellung unterschiedlicher Entwurfsvarianten. Um Erkenntnisse aus den Datensätzen zu gewinnen und die Entscheidungs¬findung des Entwerfenden zu unterstützen, werden Methoden aus den Gebieten der Visual Analytics und Visual Representation untersucht und basierend auf einer Anforderungsanalyse Konzepte entwickelt, um Tendenzen und multiple mehrdimensionale Daten aus den Simulationen und Analysen situations- und rollenbezogen interaktiv zu filtern, zu verknüpfen und zu visualisieren. Des Weiteren werden Methoden für die Objektivierung von Entscheidungen, bspw. die Wichtung von Simulations¬ergebnissen und -verfahren, erarbeitet. Berücksichtigt werden in der Konzeption sowohl die Detaillierungsgrade der erzeugten Varianten als auch der rückgekoppelte Interaktionsprozess mit angeschlossenen Analyse- und Simulationsverfahren. Auf Basis dieser Untersuchungen bildet die Ableitung eines Konzeptes zum Interaktionsprozess mit Analyse- und Simulationsverfahren den zweiten Schwerpunkt im Teilprojekt. In der Konzeption werden die in anderen Teilprojekten des Forschungsverbundes entwickelten Methoden bspw. zur Detaillierung und Konsistenzprüfung. Für die Dokumentation der Bewertung und die Auswahl für die weitere entwurfliche Bearbeitung von Varianten werden Konzepte zur formalen Abbildung der Interaktionsprozesse erarbeitet, um die Nachvollziehbarkeit der Entscheidungsfindung bei der Variantenauswahl zu unterstützen, sowie diese in der visuellen Repräsentation und visuellen Exploration einzubeziehen. Dies umfasst die Auswahl der Simulationsverfahren sowie ggf. notwendige Verdichtung des Informationsgehaltes entsprechend den Anforderungen der Simulationen. Benötigte Ergänzungen seitens der Simulationsverfahren werden global bzw. raum- und bauteilorientiert visuell aufbereitet, um eine Detaillierung eines Gebäudemodells zielgerichtet vornehmen zu können. Prototypische Realisierungen und ein partielle Evaluation mit den anderen Teilprojekten zeigt die Tragfähigkeit des Konzeptes auf.