Professur für Entwerfen und Gebäudehülle


Bauwerke definieren sich über ihre Fassaden, die schon immer sehr viel mehr als bloße Gebäudehülle waren. Die Fassade als Teil der Gebäudehülle ist wichtiger Bestandteil der Architekturdiskussion. Sie kann trennenden oder verbindenden Charakter haben, sich zurücknehmen oder signalhaft in den Vordergrund treten.

Sie ist nicht nur Witterungsschutz, sondern spiegelt als Projektionsfläche den jeweiligen Zeitgeist wieder. Sie ist die entscheidende Schnittstelle zwischen den vorhandenen Außenbedingungen des Ortes und den erforderlichen Raumbedingungen im Gebäudeinnern.

Ihre konstruktive und technische Ausbildung ist für den Energiehaushalt eines Gebäudes von entscheidender Bedeutung. Vor dem Hintergrund der fortschreitenden Umweltzerstörung wird die Gebäudehülle in Zukunft immer mehr an Bedeutung gewinnen. Mit den steigenden Anforderungen an sie nehmen auch die Anforderungen an Planer, Konstrukteure und Gestalter zu. Die Architekten werden im Übergang in ein post-fossiles bzw. postnukleares Zeitalter eine Schlüsselrolle einnehmen. Interdisziplinär denkende Planer sind gefragt.

Die Bedeutung der Gebäudehülle hat in den letzten Jahren durch neue Technologien einen Quantensprung vollzogen. Neben den klassischen Fassadenfunktionen wurden besonders die Ansprüche an die Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit von Bauwerken und Gebäudehüllen neu definiert. Das macht eine enge Kooperation mit Bauphysik, Bauklimatik, Tragwerkslehre, Materialwissenschaft und Industrie immer wichtiger.

Die Beschäftigung mit der polyvalenten Bedeutung der Hülle wurde an der Fakultät für Architektur im letzten Jahrzehnt sukzessive auf- und ausgebaut. Durch die Neugründung des Fachgebietes für Technologie und Design von Hüllkonstruktionen (jetzt Professur für Entwerfen und Gebäudehülle) wird die umfassende und ganzheitliche Betrachtung der Hülle im Curriculum der TU München verankert.

 

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