Lehrstuhl für Architekturinformatik

Wave, Dachkonstruktion von Stefan Kaufmann und Gerhard Schubert


Lehre
Auf Grund der schnellen Änderungen im Berufsbild müssen sich Forschung und Ausbildung vermehrt auf mittel- und langfristige einsetzbare Technologien und Systeme ausrichten. Dies bedeutet, dass der Schwerpunkt auf den Grundlagen und Prinzipien der einzelnen Programme liegt und ihnen eine gemeinsame Basis gegeben wird. Darüber hinaus ist das Erlernen der derzeit am Markt vorhandenen Softwaresysteme notwendig, denn sonst wäre die Lehre trockene Theorie ohne die Erfahrung der Anwendung.

Um diesen Fragen gerecht werden zu können, muss die Lehre in verschiedenen Facetten ausgelegt sein - die Vermittlung theoretischer Grundlagen, die praktische Auseinandersetzung mit verfügbaren Werkzeugen sowie die Diskussion und Nutzung tendenzieller Technologien. Die Zusammenarbeit mit Lehrstühlen innerhalb der Fakultät und mit anderen Wissensgebieten ist dabei essentiell, d.h. integrierte Lehrangebote, die sich mit den Schnittstellen zwischen analogen und digitalen Werkzeugen auseinandersetzen. Eine Architekturausbildung, die sowohl interdisziplinär praxisnah als auch forschungsorientiert ausgerichtet ist und theoretische und praktische Aspekte behandelt, versetzt zukünftige Architekten in die Lage, nicht nur verfügbare Werkzeuge sinnvoll in den Arbeitsprozess einzubinden und kritisch zu hinterfragen, sondern auch neue Wege und Lösungen nicht nur als Anwender, sondern auch als Mitgestalter zu beschreiten.

Forschung
Das Ziel der Forschung an Architekturfakultäten ist nicht die Lösung von Problemen der heutigen Praxis. Vielmehr muss auf Grund der rasanten Entwicklung auf dem Gebiet der Informatikwissenschaften eine mittelfristige Problemlösung erarbeitet werden. Wesentlich auf dem Gebiet der Architekturinformatik ist, dass aus der Analyse der Tätigkeitsfelder der Architektur Anforderungen an die digitalen Werkzeuge erarbeitet werden. Darauf aufbauend und mit dem Wissen der neuen Technologien können Konzepte erstellt, prototypische Lösungen entwickelt und evaluiert werden.

Es gilt deshalb, sich der Herausforderung der Beschäftigung mit neuen Technologien und Vorgehensweisen offen und kritisch zu stellen - diese für den Berufsstand nutzbar zu machen und gewinnbringend einzusetzen. Auf diese Weise werden sich neue Tätigkeitsbereiche erschließen, die das klassische Architektenbild verändern und erweitern.
Als zentraler Forschungsgegenstand wird ganz allgemein der Computer als umfassendes Entwurfs- und Planungsmedium behandelt. Darum gruppieren sich drei Bereiche: Theorie, Anwendung und Experiment als sich gegenseitig ergänzende Forschungsfelder. Die Bearbeitung dieser drei Forschungsfelder ist interdisziplinär ausgelegt.

Das Feld "Theorie" befasst sich dabei mit der geschichtlichen Betrachtung des Rechners als Kulturtechnik sowie der Kritik und Reflektion zum Entwerfen am und mit dem Computer. Der Schwerpunkt "Anwendung" behandelt lang- und mittelfristig praxisrelevante Fragestellungen im Umfeld der Computerunterstützung der Arbeitsprozesse. Das Feld "Experiment" befasst sich mit der Aneignung neuer Medien und Technologien im Kontext der Architektur.

www.ai.ar.tum.de