Lehrstuhl für Bildnerisches Gestalten
Sich verschiebende Ordnungskriterien und Zwänge im globalen Weltsortiment erfordern Selbstgewissheit und bewusste Individuation. Stimmigkeit, Authentizität und Selbstbewusstheit ersetzen die Gestaltungsnorm.
Die Notwendigkeit der freien Selbstformulierung in der Architekturausbildung jenseits des Anwendungsbezugs erfordert ein hohes Maß an Freiheit und persönlicher Verantwortung. Spielraum ist nötig. Im künstlerischen Experiment entsteht Raum für Visionen, neue Sichtweisen und Erkenntniswege: Raum für mentale Flugproben. Künstlerische Strategien eröffnen andere Wege der Lösungsfindung und ermöglichen sinnlich/ händische Erfahrungsqualitäten.
Der Lehrstuhl Bildnerisches Gestalten beschäftigt sich mit der bewussten Wahrnehmung und Beobachtung als tägliche Haltung, in der die kreative Handlung zum Ausdruck der bildnerischen Idee/Vision und persönlichen Reflektion wird. Bildnerisches Denken entwickelt sich über ständige Gestaltungspraxis und den Wahrnehmungsvergleich. Es gilt eine Haltung zu kultivieren, die sich im Tun Klarheit verschafft.
Personennah begleiten wir unsere Studierenden bei diesem Prozess: über die Wahrnehmung und Auseinandersetzung mit der Umwelt, forschender Gestaltungsneugier und dem Materialexperiment formieren sich eigene Ideen. Erprobt, verifiziert und abgewandelt, als Konzentrat persönlicher Sicht finden sie schließlich eine präzise
künstlerische Form. Diese kann Zeichnung, Plastik, oder Malerei sein, Fotografie, Film oder Multimedia, Installation, Performance oder Aktionen, ebenso denkbar sind Musik, Text, Tanz und vieles mehr.
Im künstlerischen Erkenntnis- und Erfahrungsraum finden die werdenden Architekten ein notwendig inspiratives Gegengewicht zur technischen, ökonomischen und nutzungsbezogenen Verantwortung.

