Die gesellschaftlichen und klimatischen Veränderungen weltweit haben Städte und ihre Freiräume in den letzten Jahren vor enorme Herausforderungen gestellt. Die sich immer weiter fortschreibende Urbanisierungswelle bringt einige Städte nicht nur an ihre räumlichen Grenzen, sondern auch an die Grenzen der gesellschaftlichen Belastbarkeit. Um mit diesem Bevölkerungszuwachs angemessen umzugehen, wird im Zuge strategischer Innenentwicklung der Stadtraum massiv baulich nachverdichtet und mit dem Anstieg an versiegelter Fläche sowie dem Voranschreiten des Klimawandels schwindet die Lebensqualität in einem Großteil der Städte. Zusätzlich sind Städte einem stetigen Wandel unterzogen und mit ihm ändern sich laufend auch die Ansprüche an Freiräume.

So sucht eine immer diverser werdende Stadtgesellschaft in Freiräumen aktuell nicht mehr nur Kontemplation, Entspannung und sicheres Geleit. Sie sucht auch den Reiz, die Aufforderung und die maßvolle Verunsicherung. Freiraum wird nicht länger allein als grüne Gegenwelt zur Stadt verstanden, sondern auch als eine Facette des Urbanen. Diese Entwicklungen stellen Städte und vor allem ihre Freiräume vor gesellschaftliche und klimatische Herausforderungen, können gleichzeitig aber auch als große Chance für die Schaffung neuer freiräumlicher Typologien verstanden werden. Vor diesem Hintergrund untersucht, kategorisiert und entwirft Isabel Zintl in ihrem Promotionsvorhaben „Vertikale Freiräume“ als neue hybride Typologie an der Überschneidung von Landschaftsarchitektur, Architektur und Städtebau. Sie sollen zukünftig das Repertoire aktueller Landschaftsarchitektur erweitern und eine mögliche Antwort für die gesellschaftlichen und klimatischen Herausforderungen unserer Zeit bieten.