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„Tor in die Zukunft“ am Deutschen Museum

12.02.2019

Das Deutsche Museum soll eine Fassade aus dem 3D-Drucker bekommen. Das Konzept stammt von der TU Ausgründung 3F Studio von Moritz Mungenast, Oliver Tessin und Luc Morroni.


Mit gewellter Fassade aus dem 3D-Drucker: So könnte der Interimseingang des Deutschen Museums ab 2020 aussehen. Abbildung: Architekten Schmidt-Schicketanz und Partner GmbH/3F Studio, Visualisierung: nuur.nu

Im Zuge des großen Umbaus des Deutschen Museums wird 2020 der Eingang des Hauses verlegt. Das „Tor zur Zukunft“ an der Corneliusbrücke soll ein einmaliges Leuchtturm-Projekt werden – mit einer multifunktionalen und lichtdurchlässigen Fassade aus recycelbarem Material.

Der Fassadenentwurf für dieses Projekt stammt von dem Münchner Start-up-Unternehmen 3F Studio und ist eine Weiterentwicklung des Projekts „Fluid Morphology“. Im Rahmen des Forschungsprojekt ‚3D-gedruckte und multifunktionale Gebäudehüllen‘ an der Professur für Entwerfen und Gebäudehülle wurde das weltweit erste Fassadenelement entwickelt, welches komplett 3D-gedruckt hergestellt wurde.

„Der 3D-Druck hat mich persönlich immer sehr fasziniert. Auch deshalb, weil man damit völlig neue, überraschende Formen und Teile herstellen kann“, sagt Generaldirektor Heckl. Für den Interimseingang hat das Team von 3F Studio einen Entwurf vorgelegt, der sich konzeptionell mit seinen welligen Formen auf die Struktur von Wasseroberflächen bezieht. „Ein gestalterisches Highlight, das sich hervorragend in die Umgebung einfügt“, so Heckl, denn das geplante Tor zur Zukunft liegt ja direkt an der Isar.

Zudem verfügt der Entwurf über technische Raffinesse. Bei den Fassadenelementen aus dem 3D-Drucker sorgen Zellen im Inneren für die Stabilität und schaffen gleichzeitig luftgefüllte Hohlräume für eine optimale Dämmung. Wölbungen spenden im Sommer Schatten. Außerdem ist es möglich dünne Lüftungskanäle zu integrieren, die die Luft in den Kunststoffbauteilen für eine optimale natürliche Belüftung zirkulieren lassen.

In der Sitzung der Stadtgestaltungskommission wurde der Entwurf bereits einstimmig angenommen. Nun müssen die technischen Prüfungen für eine Zustimmung im Einzelfall bestanden und die Finanzierung über Spenden sichergestellt werden.