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Buchlesung: Ingrid Krau – Verlöschendes Industriezeitalter

10.10.2017

10.10.2017, 19 h


© Ingrid Krau

Die ehemalige Professorin am Lehrstuhl für Stadtraum und Stadtentwicklung der Fakultät für Architektur, Ingrid Krau, liest im Rahmen des Klimaherbstes erneut aus ihrem Buch „Verlöschendes Industriezeitalter - Suche nach Aufbruch zwischen Rhein und Emscher“. Während der Lesung werden von 1975 bis 1995 aufgenommene Fotografien gezeigt:

Das Feuer im Bild ist längst erloschen, die Großkokerei Hansa, technologisch wie architektonisch eine Inkunable, seit 1992 stillgelegt. Heute ist sie ein von Vegetation durchzogenes Industriedenkmal. Das Bild steht symbolhaft für das Verlöschen des Ruhrgebiets, für das in 150 Jahren ausgeformte Anthropozän, das sich in „Ewigkeitskosten“ bemisst und für das gigantische Entschwinden von Arbeit.

Ingrid Krau lebte und arbeitete lange im und für das Ruhrgebiet; in dieser Zeit sind erstaunliche Fotografien der entschwundenen Welt entstanden. In den letzten Jahren hat sie die Region erneut mit scharfem Auge in den Blick genommen. So gibt sie in ihrem Buch profunde Antworten, die das Verlöschen im Zeitraum eines halben Jahrhunderts und das Ausbleiben von Innovationsfähigkeit erklären. Denn anders als sein angrenzender ländlicher Raum ist das Ruhrgebiet kein Industriegebiet mehr, aber hat auch keine tragfähige neue Gestalt gefunden. Krau setzt auf den Neubeginn der ganz jungen Generationen, auf einen Neustart, der Bildung, Ausbildung und Arbeit verbindet.

Wann
10.10.2017, 19h

Wo
Architekturgalerie München im Bunker
Blumenstr. 22
80333 München