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„Gibt es neoliberale Architektur?“

18.12.2017

Im Architekturmagazin Baumeister beschreibt Prof. Stephan Trüby, Professur für Architektur- und Kulturtheorie, die großen Zusammenhänge neoliberaler Architektur und zieht dabei Parallelen von Donald Trump bis Patrik Schumacher.


Biosphere 2, Foto © JOHNDEDIOS CC BY 3.0

Mit neoliberaler Architektur ist jene Architektur gemeint, die 1973 nach dem Finanzialisierungsschub entstand und häufig auch Spekulations-, Rendite- oder Investorenarchitektur genannt wird. Prof. Stephan Trüby zieht den Trump Tower und die Biosphere 2 als Beispiele der architektonischen Hypertrophie des Neoliberalismus heran. Schien der Trump Tower zum Ende des Goldstandards ein Denkmal zu setzten, versuchte sich die Biosphere 2 an einer ökologischen Utopie.

Weiterführend wird auf die Verbindung von Bankarchitekturen und Neoliberalismus verwiesen. Während der Trump Tower und die Biosphere 2 stabil gebaut sind, sind Bankgebäude wie die Puerta-de-Europa Hochhäuser in Madrid oder die Europäische Zentralbank in Frankfurt am Main dekonstruktivistische Architekturen, die während der Finanzkrise stellvertretend als Zeichen für die Schieflage der Wirtschaft interpretiert wurden. Der Höhepunkt der Entwicklung zeigt sich in der parametrischen Architektur Patrik Schumachers.

Besonders interessant sind die Parallelen zwischen Stabilität und Instabilität in Architektur, Politik sowie Wirtschaft, auf die Stephan Trüby ergänzend verweist. Zusammenhänge zwischen Immobilienmarkt und Finanzkrise, sowie Immobilienbranche und Rechtspopulismus werden gezogen.

Zum Artikel „Gibt es neoliberale Architektur?“ von Stephan Trüby
(In: Baumeister. Das Architekturmagazin, 07.12.2017)