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„Ein Haus aus dem Drucker“

06.09.2017

Vergangene Woche erschien in der Süddeutschen Zeitung ein Online-Artikel über neue Methoden des Bauens und der Baumaterialherstellung, die sowohl ressourcenschonende als auch umweltfreundliche Verfahren mit dem Drucker darstellen. Zum Thema äußerte sich auch Moritz Mungenast, der an der Professur für Entwerfen und Gebäudehülle der TU München das Projekt „FLUID MORPHOLOGY – 3D-gedruckte funktionsintegrierte Gebäudehülle“ leitet und zusammen mit seinem Team ein multifunktionales und lichtdurchlässiges Fassadenelement entwickelte.


Fassadenelement aus dem 3D-Drucker. Foto © Andreas Heddergott / TU München

Felcitias Witte wendet sich in ihrem Artikel „Ein Haus aus dem Drucker“ jedoch zunächst nach China um die Fortschritte des neuen Verfahrens zu skizzieren, denn in Peking entstand 2016 weltweit das erste Haus, das komplett am Ort selbst gedruckt wurde.
Im Interview äußert allerdings Klaudius Henke vom Lehrstuhl für Holzbau und Baukonstruktion der Ingenieurfakultät Bau Geo Umwelt der TU München, dass es voraussichtlich noch Jahre dauern wird, bis auch in Deutschland ein ganzes Haus mit Hilfe eines 3-Druckers produziert werden könne.

Moritz Mungenast begründet dies im Gespräch mit der SZ weiter damit, dass hierzulande übliche tragende Elemente nach wie vor die größte Herausforderung für 3D-Drucker darstellen und stellt außerdem in Frage, ob mit diesen neuen Druckverfahren überhaupt jemals Stahlbeton hergestellt werden kann. Daher konzentriert sich Moritz Mungenast in seiner Forschung mit 3-Druckern auf das Material Kunststoff, da hier verschiedene Zwecke und Funktionen vereint werden können.  

Moritz Mungenasts Projekt „FLUID MORPHOLOGY“ ist das erste transluzente und multifunktionale Fassadenelement, das in einem Fertigungsschritt komplett 3D-gedruckt wird. Das Verfahren zeigt im Bausektor bzw. der Gebäudehülle die vorhandenen Potenziale der digitalen Fertigung in Form des 3D-Drucks. Besonders innovativ ist dabei die Funktionsintegration: Fassadenfunktionen wie Lüftung, Dämmung oder Verschattung sind bereits in dem Bauteil, das aus nur einem Material besteht, integriert. Langfristige Ziele des Projektes sind eine Reduktion der Gebäudetechnologie und des Energieverbrauchs, die Etablierung eines geschlossenen Materialkreislaufs und die Vereinfachung des Bauprozesses mittels Digitalisierung. 

Über das Thema veröffentlichte erst kürzlich die Pressestelle der TU München den Beitrag „Individuelle Gebäudehülle aus dem Drucker“.